Avatar Sri Chaitanya Mahaprabhu im Horoskop

  1. Das Vedische Horoskop des großen indischen Mystikers – Technische Daten
Das Vedische Horoskop von Sri Chaitanya Mahaprabhu

Gemäß einem antiken Text aus dem Jahre 1557, der „Chaitanya Charitamrita“, wurde Chaitanya am 18.02.1486 in Nadia in Westbengalen geboren. Da dies das Datum des julianischen Kalenders ist, ergibt dies gemäß dem gregorianischen Kalender den 27.02.1486. Die Richtigkeit dieser Umrechnung bestätigt sich auch dadurch, dass es an einem Vollmond-Tag war und dies trifft nur auf den 27.02. zu und nicht auf den 18.02. Genau heißt es: Im Jahr 1407 der Saka-Ära (= 1486 unsere Zeitrechnung), im Monat „Phalguna“ (= Februar/März), kurz nach Sonnenuntergang. Der Sonnenuntergang in Westbengalen für diesen Tag wurde errechnet mit 17:58 Uhr, somit wäre 17:59 Uhr oder etwas später auch richtig.

Wenn Sie jetzt meine Chartdarstellung sehen, dann fällt sicherlich einigen von Ihnen auf, dass ich andere Zeichenpositionen der Planeten bzw. des Aszendenten habe. Dies kommt daher, weil ich überzeugt bin, dass der tropische Tierkreis, der auch in der westlichen Astrologie verwendet wird, für die indische Astrologie der maßgebende ist und nur die Nakshatras siderisch kalkuliert werden müssen.

Damit fällt der Aszendent sehr sicher in die Jungfrau, wie auch das Mondzeichen mit Ketu darin, die so wichtige Sonne ist mit Rahu und Merkur in den Fischen. Sein Atmakaraka ist der Mars, der erhöht mit einem Jupiter im Fall im 5. Haus steht. Die Venus ist im Widder und der Saturn ist im Schützen.

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2. Beschreibung Sri Chaitanya Mahaprabhu

Sri Chaitanya Mahaprabhu war ein indischer Mystiker und gründete eine vishnuitische Lehre, in der es um das Singen und Rezitieren der Namen von Radha und Krishna geht. Er ist der Begründer der „Hare-Krishna“-Bewegung.

Er wird nicht nur in Indien als ein Heiliger angesehen. Die Verehrung Krishnas durch seine ekstatischen Gesänge und Tanz führte weltweit zur Entstehung einer sehr großen Bewegung. Damit brachte er das Gottesbewusstsein wieder verstärkt zu den Menschen. Seine Schaffensphase fällt zusammen mit der Lebenszeit Martin Luthers, des christlichen Mystikers Sebastian Franck, des Heiligen Kabir, Guru Nanaks, sodass wir feststellen, dass zu dieser Zeit mehrere sehr große Seelen die geplagte Menschheit zu trösten suchten. Das war auch bitter nötig, denn Kriege, Inquisition und andere Plagen erschütterten immer wieder die verschiedenen Länder der Erde. Ehe wir einige wichtige astrologische Konstellationen beleuchten, sollten wir folgende wichtige Faktoren aus seinem Leben uns merken:

1. Er wurde in einer Brahmanen-Familie geboren. Bereits als Kind kannte er die wichtigen Schriften und konnte daraus schlussfolgern. Er war sehr bewandert in der „Nyaya-Philosophie“ bereits im Alter von 15.

2. Im Jahr 1500 wurde er verheiratet, aber seine Frau starb kurz darauf an einem Schlangenbiss. Aufgrund des Einflusses der Mutter heiratete er kurz darauf ein zweites Mal.

3. Im Alter von 16 oder 17 reiste er nach Gaya und wurde durch Isvara Puri initiiert (eingeweiht). Das war demnach um 1502/1503. Sein Vater verstarb auch in dieser Phase.

4. Ab 1504 – 1510 machte er das rituelle Chanten, Singen und Tanzen (Sankirtana Dharma) in ganz Indien bekannt.

5. Im Jahre 1510 nahm er den Stand der Entsagung (Sannyasa) an und war von 1511 – 1515 in Südindien auf Pilgertouren.

6. Ab 1515 blieb er in Puri und widmete sich ganz seinen spirituellen Erfahrungen und dem Rückzug, wo er auch mit 48 im Jahre 1534 den Körper verließ.

3. Erste astrologische Besonderheiten

Dieses Horoskop weist in der Tat viele Besonderheiten auf, auf die ich nun eingehen möchte.

Das „kleine“ Vedische Horoskop

Wen wir zunächst nur die Quersumme des Geburtsdatums nehmen, ergibt dies die 3, egal ob wir dies julianisch oder gregorianisch rechnen. Die Zahl 3 wird dem Mars zugeordnet, der hier sein wichtigster Planet ist, der Atmakaraka, zudem regiert er auch das 3. Haus und das 8. und er ist erhöht, d. h. der Planet mit der besten Würde! Die Schwingung von diesem guten Mars lässt gleich zu Beginn erkennen, dass Chaitanya eine sehr energetische, motivierte und intelligente Persönlichkeit hat. Er kann unerschrocken auf die Menschen losziehen und mit Fokus und Willenskraft das bewegen, was er möchte und die logische Argumentation ist eine Stärke von ihm.

Aszendent:

Dieser fällt in die Jungfrau, mit dem Mond, dem Herrscher des 11. Hauses, und Ketu darin, die sich beide im Nakshatra Uttaraphalguni befinden. dieses Nakshatra fördert seinen Enthusiasmus und da es von der Gottheit „Bhaga“ regiert wird, sind Würde, Glorie, Schönheit und Stärke mehr an ihm betont. Das Wort „Bhaga“ findet sich auch wieder in „Bhagavan“ und „Bhagavata“ und „Bhagavadgita“ und „Bhakti“. Das bedeutet, dass Bhakti dafür steht, die allanziehende Göttlichkeit in einer sehr greifbaren und intimen Art und Weise zu lieben, was sogar seinen höchsten Glanz in einer romantischen Form der Liebe zu dieser findet.  Die Herrschaft des Mondes über das 11. Haus macht es ihm leichter, Gruppen zu bilden und Ketu im Aszendenten fördert dadurch spirituelle Gruppen und die Selbst-Entsagung, d. h. sich mehr den Mitmenschen zur Verfügung zu stellen. Auch dabei wird all dies größer, da an diesem Tag der Vollmond ausgelöst war.

Sonne

Die so wichtige Sonne, die das 12. Haus regiert, Rahu und Merkur, der das 10. Haus und den Aszendenten regiert, stehen im sattvischen Zeichen Fische, worin das 7. Haus ist. Dies beschreibt eine Person, die viel reiste, um seine Göttliche Ekstase und spirituelles Verständnis auf die Mitmenschen zu übertragen. Die Beteiligung Rahus hier macht dies alles sehr extrem und er war schier besessen davon, dieses Krishna-Bewusstsein in der Welt zu verbreiten. Merkur und die Sonne repräsentieren ihn, so können wir aufgrund des Einflusses der Sonne auf den Merkur auch seine eher goldfarbene Hauttönung astrologisch sehen.

Die Sonne und Rahu im Nakshatra Purvabhadrapada sind sehr dafür geeignet, das Feuer der Verehrung in den Menschen zu entfachen. Er zog auch Tausende von Menschen an und war meistens in sehr meditativer Stimmung (Sonne regiert das 12. Haus). Ketu im 1. Haus machte es ihm leicht, selbstvergessen seinen ganzen Fokus auf die Anziehung seiner Mitmenschen zu legen.

Kombination für einen Vaishnava

Saturn als Herrscher des 5. und 6. Hauses bildet mit Jupiter, dem Herrscher des 4. und 7., einen Zeichentausch und der Herrscher des 4. ist im 5. Haus, das bildet gemäß der BPHS, der „Bibel“ des Vedischen Astrologen, eine Kombination, die einen Verehrer Vishnus anzeigt, einen „Vaishnava“, d. h. eine Person, die Gott in einer persönlichen Form verehrt. Das Ganze wird noch machtvoller, da Mars aufgrund der Konjunktion mit Jupiter als Atmakaraka auch daran beteiligt ist. Mars, der wichtigste Planet im Horoskop, da er der Atmakaraka ist, regiert das 8. Haus, in dem die Venus steht. Das verbindet ihn mit der Mystik und Hingabe an seinen Guru (Venus regiert das 9. Haus und steht im 8.).

Außerdem ist sein stärkster Planet Mars, der auch der wichtigste Planet ist, im Nakshatra Sravana, das von Vishnu regiert wird. Mars regiert das 3. Haus, das steht für Gesänge und Tanz, er regiert die Venus im 8. Haus im Widder, zudem ist er im 5. Haus, dem „Mantra-Bhava“, das bedeutet, dass das Chanten von Mantren und das Tanzen in Verbindung mit Mystik seine Bestimmung, seine Talente darstellt.

Gemäß der Jaimini- und Parashara-Astrologie, den beiden „Urvätern“ der Vedischen Astrologie, repräsentiert Merkur Vishnu. Da der Herrscher des Aszendenten Merkur ist und dieser mit der Sonne eine Konjunktion hat, können wir sehen, dass Vishnu und Chaitanya astrologisch identisch sind, d. h. dass Chaitanya eine Inkarnation Vishnus ist. Auch Saturn repräsentiert Vishnu, dieser aspektiert stark die Sonne (44/60), den Mond (55/60), den Atmakaraka Mars (33/60) und den Lagna (58/60), wodurch abermals eben Gesagtes unterstrichen wird.

Von welcher „Ebene“ kommt Chaitanya?

Dazu müssen wir uns zunächst Sonne und Mond ansehen. Die Sonne hat eine bessere Würde als der Mond, diese wird im Drekkana, dem Varga D 3, von Jupiter regiert, das bedeutet, dass Sri Chaitanya von der Ebene der Heiligen „herabgestiegen“ ist.

Guru-Mangala-Yoga

Der Atmakaraka Mars, der erhöht ist, bildet mit Jupiter o. g. Yoga. Dadurch wird Chaitanya noch mehr wohlwollend und rein in seinen Handlungen, zumal zudem der Fall von Jupiter auch aufgehoben wird durch die Konjunktion mit dem erhöhten Mars und da Jupiter im Navamsa im eigenen Zeichen Fische ist.

Sarada-Yoga

Jupiter im 11. von Merkur zeigt einen Menschen an, der es versteht, seine Klugheit und Geschicklichkeit gewinnbringend einzusetzen. Außerdem macht ihn dies geneigt, nach religiösen Verdiensten zu streben und sich für die Kunst und Literatur ergötzen zu können.

Parvata-Yoga

Dieses Yoga formiert der Lagna-Herrscher Merkur und die Sonne als Regent des 12. Hauses. Dies macht ihn gelehrt, freisinnig, berühmt und er wendet sich literarischem Streben zu.

Das Navamsa

Das Navamsa ist nach dem D 1, dem Rasi-Chart, das wichtigste Zusatzhoroskop. Dies gilt insbesondere für spirituelle Persönlichkeiten, da sich das Navamsa auf das 9. Haus bezieht.

Navamsa Sri Chaitanya

Im Navamsa fällt der Aszendent in die Fische, mit Jupiter und dem Herrscher des 7. Hauses darin, dem Merkur. Zwar ist Merkur hier im Fall, doch dieser wird auch hier aufgehoben durch die Konjunktion mit Jupiter. Zudem ist er dadurch wieder sehr eng mit Vishnu verbunden und damit wird auch angezeigt, dass seine Energien den Mitmenschen und dem Reisen gelten, zumal zudem Mars und Sonne im 7. Haus in der Jungfrau sind. Das bedeutet „Dienst“ für die Mitmenschen. Merkur regiert die Häuserspitzen 4, 8 und 12, das sind die Häuser der Spiritualität, und er regiert auch die Häuserspitzen 3, 7 und 11, diese stehen für soziale Beziehungen und Merkur und das 3. Haus repräsentieren insbesondere künstlerische Fähigkeiten, wie auch Gesang, zumal Merkur auch die Sonne regiert, daran können wir sehr deutlich erkennen, wie seine Mission aussah.

Jupiter, der Herrscher des 9. Häuserspitze, zusammen mit Merkur, der Vishnu repräsentiert, zeigt abermals die enge Verbindung mit seinem Guru an.

Da im D 1 und im D 9 die Herrscher des 7. Hauses, Jupiter und Merkur, gefallen sind, können wir erkennen, dass die 1. Ehe in die Brüche geht. Im D 1 steht zudem die Venus im 8. Haus und das gleiche ist der Fall im Navamsa, dort steht sie auch zusammen mit dem Rahu, so erkennen wir auch den Schlangenbiss, der zum Tod der Ehefrau führte. Der Mond repräsentiert den Darakaraka gemäß Jaimini, die Ehefrau, die 1. Eheschließung erfolgte mit 14, das war in Mond/Venus, den beiden Planeten, die eine Partnerin anzeigen. Da die Venus im Navamsa stark ist in der Waage, konnte sie ihm gleich darauf die 2. Eheschließung bringen.

Der Mond hat zudem einen Zeichentausch im Navamsa mit Saturn, er steht dort im Haus der Verluste, dem 12., was auch Saturn repräsentiert, so war es sein Schicksal, den Verlust der ersten Ehefrau zu erleiden.

4. Weitere Prüfung dieses Horoskops auf Plausibilität

Bis jetzt habe ich den Eindruck, dass sich Chaitanya mit diesen Horoskopdaten sehr gut widerspiegelt. Wir werden jetzt weiter prüfen, inwieweit sich sein Lebensweg und seine Person dort deutlich zeigen.

Der frühe Tod des Vaters, der durch die Sonne, aber auch die Venus und Merkur als Herrscher des 9. bzw. 10. repräsentiert wird, ist auch gut sichtbar, zumal der Vater dadurch von der Eklipse erfasst wird und die Venus im Haus 8 stehen.

Sein Pada, der „fortgeschriebene“ Aszendent, der in mehr in der 2. Lebenshälfte zeigt, fällt in den talentierten und künstlerischen Zwilling, worin auch das 10. Haus ist, abermals eine Kombination, die zeigt, wie stark sein Schicksal mit dem Zugehen auf die Mitmenschen mittels Kunst ausgerichtet war, zumal Merkur auch noch im Haus der Öffentlichkeit, dem 7., steht. Dass aber diese Fähigkeiten der Entwicklung von Gottesbewusstsein dienen sollten, ist auch überaus deutlich erkennbar, da Saturn, der seine Pflichten beschreibt, im sattvischen Zeichen Schütze ist und Merkur und die Sonne, die das 12. Haus regiert, im sattvischen Zeichen Fische sind.

Chaitanya wurde in eine Brahmanenfamilie geboren, was förderte, dass er früh mit den Heiligen Schriften etc. vertraut war und eine gute Ausbildung bekam. Die Abstammung sehen wir im 12. Haus, dessen Herrscher, die Sonne, hat eine Konjunktion mit dem Aszendentenherrscher Merkur im Brahmanenzeichen Fische, von wo aus sie auch den Aszendenten aspektieren. Zudem sollten wir jetzt das Dwadasamsa ansehen, das ist die Feingliederung des 12. Hauses, was auch die Vorfahren anzeigt.

Sri Chaitanya Dwadasamsa (D 12)

Das 12. Haus fällt dort in das Brahmanenzeichen Skorpion, dessen Herrscher, der Atmakaraka Mars, steht zudem im sattvischen Zeichen Schütze, dem Aszendenten, somit haben wir eine Bestätigung dafür.

Dieses Zusatzhoroskop ist auch wichtig für die Beschreibung der Persönlichkeit. Der Aszendent Schütze und dessen Herrscher, Jupiter, in einem Hamsa-Yoga in den Fischen, betonen abermals, dass Chaitanya eine sehr reine Ursprungsfamilie hatte, wodurch auch er beste Voraussetzungen dafür bekam, diese früh nach Außen zu bringen.

Mars, sein Atmakaraka, ist auch in seinem Saptamsa ein besonders wichtiger Planet. Denn das Saptamsa zeigt, wie man seine „Dynastie“ aufbaut, d. h. wie man etwas errichtet, was den eigenen Tod überlebt:

Sri Chaitanya Saptamsa (D 7)

Im Saptamsa ist er Aszendent Stier, dessen Herrscher, die Venus, sitzt im „Mantra-Bhava“, dem 5. Haus in der Jungfrau, so sehen wir bereits hier eine dienende Persönlichkeit, die mittels einem Mantra ihre Dynastie, ihr Imperium, errichtet. Die Venus regiert auch die 8. und die 12. Häuserspitze, das bedeutet, dass sein Mantra, das er verbreitet, helfen soll, einen spirituellen Durchbruch schaffen zu können bzw. Moksha (Freiwerden aus dem Rad der Wiedergeburten) erlangen zu können. Dafür hat er im Saptamsa ein sehr kraftvolles Raja-Yoga und Sasa-Yoga, gebildet durch den starken Saturn im Wassermann, was ihn diesbezüglich nicht nur sehr erfolgreich macht, sondern ihm auch die nötige Ausdauer und Demut verleiht, um über einen langen Zeitraum mit Geduld und Beharrlichkeit an der Verbreitung des Mantras dranzubleiben.

Die so wichtige Sonne regiert die 10. Häuserspitze im Löwen mit Jupiter darin, der selbst die 9. und 11. Häuserspitze regiert, dadurch erkennen wir, dass die Verbreitung seiner Bewegung auch in eine Guru-Nachfolge eingebunden ist und Gemeinschaften bilden möchte. Die Sonne steht dazu im 7. Haus, d. h. die ganze Kraft geht dorthin, in der Öffentlichkeit, dies bekanntzumachen.

Mars, sein Atmakaraka, regiert hier das wichtigste Haus, das 7., und er ist auch hier erhöht, damit gibt es viel „Feuer“ dafür, mit Begeisterung seine Botschaft in die Öffentlichkeit zu tragen, um etwas von Dauer in der Welt zu bewirken.

Um so große Taten vollbringen zu können, muss man auch nach dem Zusatzhoroskop für „die großen Früchte“, dem Dasamsa, sehen:

Sri Chaitanya – Dasamsa (D 10)

Hier ist der Aszendent das Brahmanen-Zeichen Fische, der mit Saturn, Merkur und dem Mond stark besetzt ist. Der Mond bildet dort mit Jupiter einen Zeichentausch, somit wird das 5. Haus, worin ein erhöhter Jupiter und ein guter Rahu sind, mit dem Aszendenten eng verbunden. Das bedeutet, dass er bezüglich seiner größten Taten im Leben als eine Person beschrieben wird, die die Lehre seines Gurus, in Verbindung mit einem Mantra (Jupiter, 5. Haus) in die Öffentlichkeit brachte (Merkur regiert das 7. Haus). Merkur und Saturn stehen für Vishnu, das zeigt an, dass sein Weg eng mit dieser Gottheit assoziiert ist und ihn zu der Person befähigte, die er war und wie er wirkte. Auch hier, wie im Saptamsa, regiert die Sonne die 10. Häuserspitze und steht im Haus der Öffentlichkeit, dem 7., wodurch wieder klar ist, dass es darum ging, alle Kraft einzusetzen, um mit seiner Botschaft die Öffentlichkeit erlangen zu können.

5. Die Abfolge der planetaren Phasen bzw. Zeichen-Dasas

Vimshottari-Dasa und Caranavamsa-Dasa von Sri Chaitanya

Chaitanya wurde in der Hauptphase Sonne, Unterphase Sonne geboren gemäß dem Vimshotaari-Dasa-System. Dadurch ist bei ihm die Betonung einer großen spirituellen Führungspersönlichkeit wahrscheinlicher angezeigt, zumal die Sonne auch mit Rahu steht und in Konjunktion mit seinem Lagna-Herrscher Merkur in den Fischen ist.

Die planetare Phase der Sonne, die mit Rahu zusammen ist, betonte gleich zu Beginn seines Lebens die Entwicklung außerordentlicher Intelligenz und zeigte ihm seinen Weg, den er zu gehen hatte.

Ab dem 6. Lebensjahr in etwa begann die 10-jährige Phase des Mondes. Da der Mond eine Konjunktion mit Ketu hat, dem natürlichen Signifikator für Moksha und Spiritualität, nahm er viel Wissen auf in diesen Jahren, wie die Menschheit Befreiung erlangen könnte vom Trübsal des materiellen Lebens. Wie wir bereits gehört haben, fällt in das Ende dieses Dasas, in Mond/Venus, seine Heiraten bzw. der Verlust der 1. Ehefrau, was demnach stimmig ist und auch der Tod des Vaters war zu erkennen.

Ab ca. 16 kam dann die 7-jährige planetare Hauptphase Mars, seinem Atmakaraka, der in das bedeutende Yoga eingebunden ist und zudem sein stärkster Planet ist, bezogen auf die Würde. Da Mars für die Logik steht, ist klar, dass er bereits als Jugendlicher extrem gut war, logisch argumentieren zu können (wir hörten auch, dass er stark ausgebildet war in der Nyaya-Philosophie, welche durch Logik, also Mars, versucht die Wahrheit erkennen zu können), wodurch seine Akzeptanz gegenüber den Mitmenschen nun enorm zunahm, zumal Jupiter, der mit Mars eine Konjunktion hat, auch das 7. Haus regiert. Mars regiert aber auch das 8. Haus, da es sehr ist dadurch, hat er auch starke mystische Fähigkeiten.

Aber Mars steht auch im Haus der Mantren, im 5. Haus, er ist der Atmakaraka und erhöht, er regiert das 3. und das 7. Haus und ist in dem besonderen Yoga, das einen Vaishnava-Heiligen anzeigt, gebildet aus Saturn und Jupiter, eingebunden, so begannt er voll motiviert, überall das Hare-Krishna-Maha-Mantra zu chanten.

Am 09.01.1509, also mit fast 23, begann die planetare Phase von Rahu, der im 7. Haus mit Sonne und Merkur in den Fischen platziert ist. Sein ekstatisches Wirken in der Öffentlichkeit, das einem sattvischen Zweck und mittels Gesang, Tanz und Mantra-Chanten praktiziert wurde, kann auch hierdurch sehr gut erkannt werden. Im Dasamsa löste der Rahu den erhöhten Jupiter, der auch den Lagna regiert, aus und das 5. Haus, so wurde er eine große Person in Verbindung mit dem Chanten des Mantras.

Mit 24 Jahren, folglich um 1510, wechselte er in den Stand der Entsagung, er nahm die Einweihung als ein Sannyasa an. Das war in Rahu/Rahu. Rahu hat eine Konjunktion mit der Sonne, die das Haus der Entsagung, das 12., regiert, so können wir dies auch als ausgelöst erkennen.

Von 1510 – 1515 wanderte er danach jahrelang chantend und predigend durch das Land, was dem ausgelösten Rahu im 7. Haus geschuldet ist. Nach Rahu/Rahu, die das 7. Haus (= Reisen) auslöste, kam Rahu/Jupiter, Jupiter regiert das 7. Haus und ab 1514 lief Rahu/Saturn, Saturn regiert Jupiter, den Herrscher des 7. Hauses, so hatten wir eine durchgehende Agenda für das Reisen.

Rahu/Saturn ist oft eine Schlüsselperiode, so auch bei ihm, denn von 1515 bis 1534 blieb er dann in Puri in totalem Rückzug an einem Heiligen Ort.

Ab 1527 begann die Hauptphase Jupiter, dies unterstützte seinen Rückzug für die Verbindung mit dem Transzendenten.

Dort starb er im Juni 1534, das war in Jupiter/Ketu, auch dies kann den Tod anzeigen, zumal Ketu mit Mond im Aszendenten steht, das Leben nimmt ein Ende.

Seinem Wirken ist es zu verdanken, dass Millionen von Menschen weltweit sich (wieder) mehr an Gott bzw. Krishna erinnern.

Das Vedische Horoskop von Klaus Kinski

Klaus Kinski – geb. 18.10.1926 um 21:30 Uhr

1. Technische Daten

Klaus Kinski wurde an einem Dienstag, dem 18.10.1926, in Sopot, im heutigen Polen, um 21:30 Uhr geboren. Das ergibt Sonnenzeichen Waage, Mondzeichen Fische, Aszendent Krebs und Atmakaraka (Seelenplanet) Saturn. Das Bild ist ein Screenshot aus Youtube.

2. Deutung der Persönlichkeit

a) Yogas

Seitens der Basis-Yogas, der sog. Nabasya-Yogas, sind das Musala- und Pasa-Yoga. Von den 20 Akriti-Yogas ist keines besonders betont. Er hat, bis auf die Venus, nur üble Planeten in den Kendras. Sein Leben entfaltet sich dadurch auf eine stressige Weise. Dennoch wird er Erfolg haben, da er sehr beständig ist, er kann über einen längeren Zeitraum das Gleichen tun und seinen Pflichten nachkommen. Das Pasa-Yoga steht mit Jupiter in Verbindung, der aber auch nur mittelmäßig ist, so können wir daraus keine weitere positive Beschreibung ableiten.

Mond- und Sonnen-Yogas: Es sind das Vesi- Anapha-, Sarada und Uttama-Yoga erfüllt. Das Anapha-Yoga wird hier von Jupiter erfüllt. Die Klassischen Texte sagen dazu:

„Der Mensch wird von Königen hochgeehrt werden, sehr klug sein, majestätisch, stark, ein Poet, Gesellschaften lieben, begabt mit Ernsthaftigkeit und Energie, aufrecht und von etlichem Status und Wohlstand.“

Das Uttama-Yoga ist erfüllt, da der Mond in einem Apoklima-Haus von der Sonne steht, dem 6., das gibt ihm Einfallsreichtum und Geschicklichkeit, um das Potenzial anderer erfolgsversprechender Konstellationen nutzen zu können. Merkur steht hier in einer Trikona-Position zum Mond, darum ist das Sarada-Yoga erfüllt, welches ihm Erfolg, Frau und Kinder gibt.

Das Vesi-Yoga ist erfüllt, da er Saturn und Merkur im 2. Haus von der Sonne aus gezählt hat. Durch die Konjunktion mit Saturn mit Merkur Saturn-Eigenschaften an, d. h. der erste Eindruck, den man von ihm hat, zeigt Verschlossenheit, Kühle, Abstand und Ernst. Bilden nur üble Planeten dieses Yoga, wird es „Asubhavesi-Yoga“ genannt, die klassischen texte sagen dazu:

„Der in Asubhavesi geborene Mensch (Vesi Yoga von Übeltätern gebildet) ist ohne Reichtum und Annehmlichkeiten, sehr dumm, von Wollust bedrängt, von hässlichem Gesicht und wird seinen Glanz verlieren. Von übler Gesinnung und verschlagen, liebt er das Schlechte und Niedrige, erfreut sich an Mord, verleumdet andere und muss vielleicht ins Exil gehen.“

Natürlich müssen wir immer relativieren, dazu kommen wir noch, dennoch ist es erstaunlich, wie wir schon einiges der Eigenschaften von Klaus Kinski erkennen können.

b) Aszendent

Sein Aszendent ist der Krebs, darin befindet sich Rahu, der in einem Wasserzeichen ungünstig gestellt gilt. Das Zeichen Krebs macht ihn emotional sehr betont. Diese Seite an ihm erhält auch dadurch mehr Unterstützung, da er auch die meisten Planeten in Wasserzeichen hat und sogar auch den Mond, der den Krebs regiert, dieser steht in den Fischen. Krebs ist ein Wasserzeichen, dadurch fördert dies seine kreative bzw. künstlerische Seite. Doch Rahu im 1. Haus lässt schon ahnen, dass er ein „ungewöhnlicher“ Krebs ist. Rahu im 1. Haus bildet auch ein Asubha-Yoga, d. h. er kann seine Gesundheit und/oder sein Aussehen schädigen. Rahu wirkt immer auch wie Saturn, hier insbesondere sehr, da Saturn nicht nur sein Atmakaraka ist, sondern Rahu von allen Planeten am meisten aspektiert. Allerdings haben wir einen verletzten Saturn, er gilt im Skorpion als schlecht gestellt und der starke Aspekt macht ihn noch schwächer. Auf diese Weise beeinflusst ein schlechter Saturn über Rahu den Aszendent, dies gibt ihm ein düsteres, hässliches und grimmiges Äußeres.

Planeten, die im Aszendenten stehen, sind sehr wichtig in der Beschreibung der Persönlichkeit. Rahu wirkt aber auch wie der Mond, da dieser sein Herrscher ist und dessen Würde ist im Zeichen eines Freundes, so gibt ihm dieser zu seiner „verschobene Seite“, von der wir gerade gehört haben, auch eine freundlichere Seite und verstärkt seine emotionale Bandbreite.

Krebs ist auch das Zeichen der Persönlichkeitsentwicklung und bringt oft Künstler hervor. Rahu macht ihn darin aber sehr extravagant und einzigartig, wie er seine Persönlichkeit ausdrückt bzw. wie er durch diese zu seinem künstlerischen Erfolg kommt. Rahu, der im Aszendenten steht, wird durch einen verletzten Saturn geprägt, das besagt, dass es auch seine unansehnliche, furchteinflößende Seite ist, die seine Persönlichkeit ausmacht.

Der Aszendent selbst wird auch am stärksten durch Saturn und den Mond aspektiert, spürbar auch durch Mars und Merkur. Saturn und Mars befinden sich in Opposition, diese verletzten sich gegenseitig und sind ursächlich dafür, dass er sehr ungeduldig ist und große innere Spannungen hat, die sich immer wieder entladen, wodurch auch seine Persönlichkeit beschrieben wird. Wut, Boshaftigkeit, verbale Attacken beschreiben ihn deshalb auch. All dies ist von ihm bekannt und machte ihn zu dem, der er war und wie er war.

Aszendent im Hora und Navamsa: in den Zusatzhoroskopen DF 2 und D 9 ist es so, dass der Aszendent gemäß dem Rasi-Chart, dem D 1, in das 2. Hora des Krebses und das 8. Navamsa des Krebses fällt. Dazu gibt es Texte in den klassischen Schriften, für das Hora z. B. lesen wir dazu in der „Jataka Parijata“:

„Wer in dem zweiten Hora im Krebs geboren ist, ist ein schwarzer Mann, der wie ein Pferd geht und hat einen ekelhaften Mund und widerliche Augen und Zähne und wenig Haar; eine schlanke Person mit dicken Seiten, ein reicher, aber ein Schurke von niedriger Geburt, der wandersüchtig ist“.

Zum Aszendenten des 8. Navamsa des Krebses heißt es in der „Yavana Jataka“:

„In dem achten wird ein schwarzer Mann geboren, dessen Kopf wie ein Topf ist, dessen Nase in der Mitte dünn ist und dessen Gesicht, Schenkel und Beine hübsch sind; sein Handwerk ist schlecht, sein Intellekt ist selbstgesteuert und sein Charakter und Verhalten sind verwerflich“.

Auch hier können wir einige Aufzählungen bestätigen, d. h. nun verdichten sich bestimmte Erkenntnisse.

c) Sonnenzeichen

Die Sonne steht zusammen mit der Venus in der Waage. Die Sonne ist in der Waage im Zeichen ihrer Erniedrigung, zudem wird sie durch die Konjunktion mit Venus verletzt, da die Venus ein natürlicher Feind der Sonne ist. In die Waage fällt auch die 5. Häuserspitze. Dies zeigt an, dass Klaus Kinski sich viel zu stark von außen inspirieren ließ, die wahren Inspirationen kommen von innen. Er ist dadurch auch beeinflussbar gewesen, insbesondere durch Sex, Frauen, Luxus, Genuss und andere Verlockungen. Insofern wundert es nicht, dass er 1970 auch an einem Sexfilm mitwirkte.

Eine gefallene Sonne bringt den Menschen dazu, weniger den eigenen Inspirationen zu folgen, sondern stattdessen zu kompensieren, um dadurch Aufmerksamkeit zu bekommen. Die Venus steht auch für Beziehungen und da diese auch durch die Sonne verbrannt ist, war für ihn sein barsches Verhalten in Beziehungen ein Weg, um dadurch Aufmerksamkeit erhalten zu können. Die Venus und die Sonne aspektieren beide am stärksten die 11. Häuserspitze, welche für Wertschätzung und Anerkennung steht, daran sehen wir das. Zudem regiert die Venus den durch Saturn verletzten Mars, daran sehen wir die damit verwickelten Wutausbrüche.

Die Venus und die Sonne sind im Nakshatra Chitra, so wollte er aber mit seiner Karriere etwas ganz Besonders, fast Magisches erschaffen. Die Venus wird auch stark durch den Mond aspektiert, daran sehen wir, dass seine emotionale Nahrung durch Beziehungen kommen sollte, auch wenn diese oft problematisch waren. Da die Venus auch für die Ehe steht und Jupiter, der die 9. Häuserspitze regiert, im 8. Haus ist, verwundert es nicht, dass er 3 x verheiratet war.

Aber auch wenn seine Waage verletzt ist, so zeigt dies dennoch an, dass der Austausch mit Mitmenschen, Beziehungen, geschäftliche Aktivitäten und Gerechtigkeit, so wie er sie verstand, wichtige Inhalte waren in seinem Leben.

d) Mondzeichen

Der Mond fällt in das Zeichen Fische und wie erwähnt, sind die Wasserzeichen und damit seine kreative, empfängliche Seite sehr betont. Er hatte auch ein Interesse daran, den Menschen einen Zugang zum Glauben zu ebnen, so verfasste er selbst das Werk: „Jesus Christus Erlöser“. Es gab also eine andere Seite an ihm auch, er war nicht nur der wütende, uneinschätzbare extravagante Choleriker, er konnte auch eine ganz andere Seite mit großem emotionalem Zugang und wichtigen Botschaften zur Spiritualität zeigen. Der Mond ist auch in dem Nakshatra Uttarabhadrapada, auch dies zeigt an, dass sein Bewusstsein auf eine höhere Macht ausgerichtet ist und er motiviert ist, mitzuwirken, um die Menschen auf einen transformatorischen Pfad bringen zu können. Klaus Kinski durchschaute früh die Welt, was hier wirklich gespielt wird und so versuchte er, den Menschen, die diese Täuschungen noch nicht erkannten, auf seine Weise die Augen zu öffnen.

e) Pada

Das Pada ist der fortgeschriebene Aszendent, d. h. dieser beschreibt ihn immer mehr, je älter er wurde. Das Pada fällt bei ihm in den Skorpion. Skorpion ist besetzt durch den schlechten Saturn und den Merkur, der auch verletzt ist, und Skorpion wird aspektiert durch den Rahu. Dies zeigt an, dass, je älter er wird, der verletzte Skorpion immer mehr zum Vorschein kommt. Exzesse aller Art, die er erlebt hat, konnte er deshalb sehr authentisch in seinen sehr besonderen Filmrollen spielen. Skorpion verleiht ihm etwas Geheimnisvolles, Mystisches, Okkultes, Distanziertes, Undurschaubares, aber dennoch Interessantes an seiner Persönlichkeit. Aufgrund der Konjunktion von Merkur und Saturn im 5. Haus haben wir hier auch eine „Beschämungskonstellation“, d. h. er hätte aus seinen Talenten und Fähigkeiten viel mehr machen können, was ihm aber aufgrund seiner Kindheit und der Förderung, die er dazu bekam, nicht so möglich war.

f) Trimsamsa – D 30 – Zusatzhoroskop

Das Trimsamsa von Klaus Kinski

Das 2. Zusatzhoroskop, das sehr wichtig ist für die psychologische Deutung einer Person, ist das D 30-Zusatzhoroskop. Dort wäre er, wenn die Geburtsuhrzeit recht genau ist, Aszendent Jungfrau mit Merkur als Aszendentenherrscher im Skorpion, wodurch dieser wieder betont würde. So wäre zunächst eine Geburtsuhrzeitverifizierung nötig. Was aber dennoch aussagefähig ist, ist, dass er 3 Planeten in guten Würden hat, Saturn, Mond und die Sonne. Die guten Würden der Sonne und des Saturns lassen uns wissen, dass Pflichterfüllung, Karriere und Arbeit für ihn sehr kraftvoll ausgelebt wurden, er steckte sehr viel Zeit und Fleiß in die Ausarbeitung und Verinnerlichung seiner verschiedenen Rollen. Die Venus, die für den Selbstwert steht, ist hier sehr ungünstig gestellt, was abermals die gleiche Aussage im D 1 unterstreicht, denn dort ist die Venus auch verletzt und die Sonne als Herrscher der 2. Häuserspitze, die auch für den Selbstwert damit steht, ist gefallen.

g) Der Atmakaraka

Saturn ist sein wichtigster Planet, er repräsentiert seine Seele und dieser steht im D 1 im Skorpion und im D 9, dem sog. „Svamsa“, im Wassermann. Im Wassermann geht es besonders darum, dass er in diesem Leben lernen soll, mit seinen Komplexen leben zu können, die er sicherlich hatte, wie wir aus seiner gefallenen Sonne wissen. Sein Weg gab vor, an seiner psychologischen Genesung arbeiten zu sollen, emotionale Integrität zu entwickeln. Kein Wunder also, dass Klaus Kinski auch psychiatrische Behandlung genoss und Suizidversuche verübte.

Das Vedische Horoskop von Srila Prabhupada (Gründer der ISKCON-Bewegung)

Srila Prahbupada gründete 1966 die weltberühmte Hare-Krishna-Bewegung, die durch seine Bemühungen in 108 Tempeln in der ganzen Welt vertreten ist. Er diktierte zahlreiche Bücher und hielt viele Vorträge und er reiste mehrmals rund um die Welt, 1965 bereits auch in die USA trotz seines hohen Alters und gesundheitlicher Probleme. Damit leistete er große Verdienste, um das Krishna-Bewusstsein unter die Menschen zu bringen. Wir wollen ihn deshalb anhand einiger fundamentaler Techniken der Vedischen Astrologie betrachten, inwieweit sich sein Leben in seinem Vedischen Horoskop widerspiegelt. Wie immer lege ich die Nakshatras siderisch und die Zeichen mit dem tropischen Tierkreis zugrunde, was m. E. auch für die Vedische Astrologie richtig ist. Dies ergibt diesen Chart:

Der wichtigste Planet in seinem Horopskop ist Jupiter, denn dieser beschreibt seine Seele. Jupiter gibt ihm dadurch die Eigenschaft eines Predigers, eines Gurus oder Lehrers, Eigenschaften, die wir sehr gut an ihm wahrnehmen konnten. Jupiter, sein sog. „Atmakaraka“, steht im Zeichen Löwe, zusammen mit Ketu. Das bedeutet, dass er bereits in vergangenen Leben sehr gläubig war oder als Prediger wirkte. Das Zeichen Löwe gibt ihm die Qualität eines „führenden“ Predigers, eine Rolle, die er zweifelsohne in der ISKCON wahrgenommen hat.

Jupiter und Ketu befinden sich in der Nakshatra-Position Magha, das bedeutet, dass er sich mit seiner spirituellen Arbeit auch seinen Vorfahren verpflichtet fühlte. Dies auch deshalb, weil Jupiter den 2. Hauspunkt regiert, dies verweist darauf, dass seine Guru-Tätigkeit die Folge der Fortführung einer gewissen Linie ist.

Sein Aszendent ist der Steinbock, dessen Herrscher Saturn sich im Brahmanen-Zeichen Skorpion befindet. Im Navamsa befindet sich der Atmakaraka Jupiter auch in einem Brahmanen-Zeichen, dem Skorpion und die Sonne, der Herrscher des Aszendenten dort, befindet sich auch im Brahmanen-Zeichen Fische, dies wiederholt abermals seine religiöse Berufung in den Stand eines Predigers bzw. Gurus.

Er hat aber so viele Bücher geschrieben, wie ist dies zu sehen und vor allem predigte er „Bhakti-Yoga“, Hingabe an Krishna, wie zeigen sich diese zentralen Inhalte seines Lebens? Zum einen haben wir die Venus in einem Trikona-Haus, im 9. in der Jungfrau. die Venus ist ein sog. „Yogakaraka“ für Aszendent Steinbock, gibt also ein Raja-Yoga, was Srila Prabhupada zu einer großen und inspirierten Persönlichkeit macht. Diese Venus formt mit Merkur einen Zeichentausch, da Venus in der merkurischen Jungfrau sitzt und Merkur in der von Venus regiert Waage ist – dadurch wird dieses Raja-Yoga nochmals verstärkt. Venus, die ihn damit erfolgreich und inspiriert macht, steht für Bhakti-Yoga und Merkur, der dieses Yoga verstärkt, repräsentiert Vishnu, also damit auch Krishna. Planeten, die einen Zeichentausch bilden, sind immer sehr wichtig, dies umso mehr hier, da sie in ein mächtiges Raja-Yoga eingebunden sind. Das bedeutet, dass sein Erfolg mit Bhakti-Yoga in Verbindung mit dem Krishna-Bewusstsein verbunden ist. Die Venus ist in der dienenden Jungfrau platziert, worin der 8. Hauspunkt ist, der seinen Glauben (Venus regiert den 9. Hauspunkt) damit mit Hingabe (8. Hauspunkt) verbindet. Die Venus regiert den 9. Hauspunkt, damit repräsentiert sie auch die Berufung. Durch die enge Verbindung mit Merkur, der für Reisen, Vorträge und Schreiben steht, bekommen wir erste wichtige Hinweise auf die Autoren-Tätigkeit. Es geht weiter, da der Herrscher des 10. Hauspunktes, Mars, welcher damit die größten Taten repräsentiert (sprich die „berufliche“ Laufbahn), im schriftstellerisch geneigten Zwilling steht. Außerdem regiert Mars nicht nur den 10. Hauspunkt und Saturn, welche beide die Arbeit repräsentieren, sondern auch den 3. Hauspunkt, wodurch die Arbeit mit Schreiben und Vorträgen verbunden wird. Der Mond regiert das 7. Haus, steht also für die Öffentlichkeit, durch seine Position im Zwilling ist es nicht verwunderlich, dass er in Saturn/Mond mit einem neuen Magazin („Back to Godhead“) in die Öffentlichkeit trat. Der Mond, der die Öffentlichkeit und das Ausland repräsentiert und eine Konjunktion mit Mars, dem Herrscher des 10. und 3. Hauses hat, zeigt seine missionarische Vortragstätigkeiten an.

Interessant: im Jahre 1954 verließ er seine Ehefrau, weil er sich voll seinen religiösen Aufgaben widmen wollte. Dies war in Merkur/Merkur. Merkur regiert den 8. Hauspunkt, also große Veränderungen, als auch die in der Jungfrau befindliche gefallene Venus, diese steht damit für die aufgegebene Ehe. Zudem ist die Venus im gleichen Zeichen wie die Sonne, ein trennender Planet, die zudem das 8. Haus (große Veränderungen) regiert und damit abermals diese große Veränderung anzeigt. Im September 1965 kam er in die USA, also nach Übersee, das sehen wir daran, dass Jupiter das 12. Haus auslöst, welches Übersee repräsentiert. Es ist ihm zu verdanken, dass die Welt außerhalb Indiens diese wertvollen Botschaften und Vedischen Texte zugänglich gemacht bekam.