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Das Vedische Horoskop des Vorläufers Deutschlands

Wenn wir die Entwicklungen eines Landes verstehen wollen, kann man hierzu das Vedische Horoskop dieses Landes analysieren. Dieser Zweig der Vedischen Astrologie nennt man „Medini Jyotisha“. Für Deutschland gibt es demnach mehrere wichtige Horoskope, die für die heutige Deutung eine Rolle spielen. Das wichtigste „Basishoroskop“ Deutschlands ist der Chart des „Deutschen Kaiserreichs“ vom 01.01.1871.

Im Rahmen dieser Serie der Analyse des Vedischen Horoskops verschiedener Staaten wollen wir aber nun weiter zurückgehen, denn vor dem Deutschen Kaiserreich gab es den „Deutschen Bund“, der im Jahre 1815 die „souveränen Fürsten und freien Städte Deutschlands“ mit Einschluss des Kaisers von Österreich und der Könige von Preußen, von Dänemark (hinsichtlich Holsteins) und der Niederlande (hinsichtlich Luxemburgs) zusammenschloss. Zuvor bestand das „alte Deutschland“ in Form des „Heiligen Römischen Reichs“, das im Jahre 1806 aufgelöst worden war und auch diese Epoche wollen wir astrologisch – später – würdigen.

Nun zum Gründungsdatum des Deutschen Bundes. Die Deutsche Bundesakte war ein völkerrechtlicher Vertrag und das erste Bundes- „Verfassungsgesetz“ über die Gründung des Deutschen Bundes. Sie wurde am 8. Juni 1815 während des Wiener Kongresses verabschiedet und schließlich am 10. Juni 1815 von den Bevollmächtigten von 39 Staaten unterzeichnet. Dies ergibt dieses Vedische Horoskop für den Deutschen Bund mit Datum 08.06.1815:

In diesem neuen völkerrechtlichen Vertrag haben wir als Aszendent die Fische, die Sonne mit dem Mond im Zwilling, 3 Planeten im Krebs und den Herrscher des Aszendenten, Jupiter, in der Waage. Der Deutsche Bund besaß noch keine Staatsgewalt, dies sehen wir daran, dass der Herrscher des 10. Hauspunktes, Jupiter, der auch der Herrscher des Aszendenten ist, im 8. Haus positioniert ist, wo er gewissen Abhängigkeiten und Schwächen dieses Bundes repräsentiert. Der Deutsche Bund besaß auch kein Staatsoberhaupt und keine Regierung oder eine Volksvertretung, was wir daran auch erkennen können. Die Abhängigkeit, die wir hier mit Jupiter in Haus 8 sehen, war der große Einfluss von Österreich und Preußen, sodass der Deutsche Bund keine große eigene Wirkung entfaltete.

Phase Saturn/Venus (02/1829 – 02/1832)

Die österreichisch-preußische Dominanz im Deutschen Bund kam im Bürgertum immer mehr in die Kritik, weil sie die Freiheitsrechte unterdrückten und die konstitutionellen Entwicklungen hemmten. So kam es 1830 zu einer Revolution, gleich am Anfang kamen 30 000 Menschen auf der Hambacher Schlossruine zusammen. Als Folge daraus kam es 1832 zu einem Verbot politischer Vereine und Versammlungen und anderen Einschränkungen. 1830 lief die Phase Rahu/Venus, diese Perioden sind meist sehr schwierig und Rahu steht mit Venus in Konjunktion, so können beide das 6., aber auch das 8. Haus-Thema aktivieren, diese Häuser stehen für Kämpfe und Verschwörungen. Die Venus regiert außerdem den Jupiter. Jupiter, der über den Aszendenten und die Hauspunkte 9, 10 und 11 regiert und im schlechten 8. Haus sitzt zeigt hier die Bemühungen der nach Freiheit strebenden Verbündeten an. Und so nahmen Zensur, Bespitzelungen, Verhaftungen und Unterdrückungen weiter zu.

Phase Rahu/Mond (01/1833 – 07/1834)

Die Abschaffung diverser Freiheitsrechte konnte aber das Streben nach Freiheit nicht beseitigen und so bildete sich eine Studentenschaft, die durch einen Volksaufstand den Deutschen Bund bekämpfen wollte. Dies sollte am 03.04.1833 mit dem Angriff der Frankfurter Stadtpolizei durch 4 Dutzend Burschenschaftler geschehen. Dieser Versuch war aber nicht erfolgreich und führte dazu, dass es zu weiteren Unterdrückungs- und Verfolgungsmaßnahmen kam im Deutschen Bund. Diese Zeit fällt in die Phase Rahu/Mond. Der Mond repräsentiert das Wohlergehen der Nation als Ganzes, er ist mit dem 6. Hauspunkt verbunden, so will die Nation für ihr Wohlergehen kämpfen, doch der Mond ist verbrannt, weil er zu nahe an der Sonne ist, so wird der Aufstand durch die staatliche Autoritäten (Sonne) vereitelt.

Planetare Phase von Jupiter – 1835 – 1851

Doch der revolutionäre Geist der Bürger lebte weiter und erhielt zudem Antrieb durch die nicht lange zuvor stattgefundene französische Revolution und so kam es im März 1848 zur Revolte der Massen (Bild ist vom 18. März 1848 in Berlin). Auch hier war es die Unterphase Mond, dieses Mal in der Hauptphase Jupiters, der den Aufstand auslöste. Nach anfänglichen Erfolgen wie der Aufhebung der Pressezensur und der Bauernbefreiung, verlor die revolutionäre Bewegung Mitte 1848 an Kraft und kam zum Erliegen, Zehntausende von Deutschen flohen in das Ausland. Die die Folge war, dass sich der Deutsche Bund im Juli 1848 faktisch auflöste. Mars war in dieser Phase der Unterphasenherrscher, Mars steht für Kämpfe und er regiert auch den 8. Hauspunkt im Skorpion, wodurch die Kapitulation des Aufstands angezeigt ist. Die Auslösung des 8. Hauses ist hier sehr stark, da Jupiter auch im schlechten 8. Haus in ungünstiger Würde positioniert ist und zudem auch der Herrscher von Mars in den Fischen ist.

Nach dem Deutschen Bund gab es dann die Erfurter Union, oder Deutsche Union, dies war ein Versuch Preußens in den Jahren 1849/50 in der Phase Jupiter/Rahu, den Deutschen Bund durch einen deutschen Nationalstaat zu ersetzen. Rahu steht im Nakshatra Ardhra, hat eine Konjunktion mit dem 6. Hauspunkt, so sehen wir hier, dass man mit frischem Wind etwas erneuern wollte. Aber auch dieser Konstrukt entfaltete keine Stabilität, Rahu hat auch Schwächen, und so wurde im Sommer 1851, mit Beginn der Saturnphase, wieder der Deutsche Bund in alter (saturnischer Manier) Form reaktiviert.

Die Saturn-Phase ab 1851

Preußen und Österreich, die Großmächte, kämpften um die Vorherrschaft über Deutschland. So kam es zwischen diesen beiden Mächten von Juni – August 1866 zum „Deutschen Krieg“, den Preußen gewann. Preußen förderte nun, dass es einen deutschen Nationalstaat geben solle, der aber nur den eigenen Machtzwecken dienen sollte. Es kam im Jahre 1866 zur Gründung des „Norddeutschen Bundes“, wodurch der Deutsche Bund aufgelöst wurde. Diese Phase war in Saturn/Rahu, das passt, denn Saturn/Rahu steht oft für sehr schwierige Perioden. Saturn regiert außerdem den 12. Hauspunkt, das 12. steht für Auflösung, und er regiert auch für Ketu, der ebenfalls für Auflösung steht. Das Karma des Deutschen Bundes war beendet.

Schlussbemerkungen:

Dieser Chart ist damit der Vorläufer unseres heutigen Deutschlands und auch wenn wir in einer späteren Analyse Deutschlands sehen werden, wie wichtig der Chart des Deutschen Kaiserreichs von 1871 noch sein wird, so ist doch auch das Horoskop des Deutschen Bundes erhellend. Der Mond, der den Geist der deutschen Nation hier repräsentiert, war bereits vor 200 Jahren durch Autoritäten bedrängt (Sonne-Mond-Konjunktion), was sich in der weiteren Geschichte auf ähnliche Weise fortsetzen sollte. Saturn, der für die „Lebensdauer“ des deutschen Bundes steht, zeigt mit seiner Position im 12. Haus an, dass es nach einer gewissen zeit wieder zu einer schicksalshaften Auflösung kommen würde. Jupiter, der Herrscher des Aszendenten repräsentiert auch das Wohlergehen der Nation als Ganzes, seine Position im 8. Haus in der Waage weist darauf hin, dass Deutschland bereits in seiner damaligen Form von verborgenen Beziehungen abhängig gewesen ist. Der Herrscher der Waage, die Venus, steht mit Merkur, dem Herrscher des 7. und Rahu in Konjunktion, dies ist ein großer Hinweis darauf, dass dieser Fremdeinfluss aus dem Ausland kommt. Doch Mars im Aszendenten zeigt auch, dass das Volk gewillt wäre, sich daraus zu lösen, was aber in der Phase des Deutschen Bundes noch nicht zur Auslösung kommen sollte. Die Konjunktion von Sonne und Mond bedeutet außerdem, dass das Volk im Allgemeinen sich sehr mit der Obrigkeit identifiziert, was auch dadurch zum Ausdruck kommt, dass der Herrscher des 10. Hauspunktes (Regierung) und des Aszendenten (Volk) der Jupiter ist.

Die Kartari-Yogas

In der Vedischen Astrologie unterscheidet man zwischen „angenehmen (subha)“ Planeten und „schrecklichen (paapa)“ Planeten. Wenn im 2. und im 12. Haus schreckliche Planeten stehen, dann ist der Lagna (Aszendent) von diesem eingerahmt. „Kartari“ bedeutet „Schere“ und die Schere wird dann von diesen beiden Planeten gebildet. Diese Konstellation ist ungünstig, die Person wird in seiner Entfaltung behindert. Es gibt auch ein positives Kartari-Yoga, dieses wird gebildet, wenn im 2. und im 12. Haus angenehme Planeten sind und damit den Aszendenten einrahmen. Dieses Yoga nennt man Subha-Kartari-Yoga und es fördert die Entwicklung der Person.

Schreckliche Planeten, auch „Übeltäter“ genannt, sind Saturn, Mars, Sonne, Rahu, Ketu, der abnehmende Mond und Merkur, wenn er mit einem schrecklichen Planeten eine Konjunktion hat (außer Rahu und Ketu). Angenehme Planeten, auch Wohltäter genannt, sind Jupiter, Venus, der zunehmende Mond und Merkur, wenn er alleine in einem Zeichen ist oder mit einem angenehmen Planeten in Konjunktion ist.

Beispiel 1: Angela Merkel und das Paapa-Kartari-Yoga

Angela Merkel hat im 2. Haus den schrecklichen Planeten Rahu und im 12. Haus vom Lagna aus den Saturn, der ebenfalls ein schrecklicher Graha ist. Dadurch ist sie in ihrer Entfaltung gehemmt und es diese Konstellation ist nicht günstig für die Gesundheit. Planeten im 12. Haus zeigen dabei an, für welche Schwierigkeiten oder Mängel man Ausgaben hat und schreckliche Grahas im 2. Haus zeigen die Probleme an, die nahe an dem Geborenen dran sind und die dazu führen, dass das Leben weniger genossen werden kann. Das Leben einer solchen Person befindet sich somit zwischen 2 schrecklichen Planeten, die Ängste auslösen und die Person bedrohen.

Beispiel 2 – Kurt Tucholsky und das Paapa-Kartari-Yoga

Kurt Tucholsky war ein deutscher Journalist und Schriftsteller. Auch er hat im 2. und 12. Haus vom Aszendenten aus betrachtet schreckliche Planeten (Rahu und Saturn). Tucholsky erhob die Stimme gegen die entstehende Diktatur in Hitler-Deutschland, musste aber immer mehr schweigen und verließ sogar Deutschland. Er konnte damit seine Persönlichkeit nicht entfalten, denn er wurde durch den Nationalsozialismus bedroht. Gewöhnlich haben Autoren keine solchen Yogas, doch wenn man als autor in dieser Zeit gegen das Regime schrieb, gab es diese Konstellation auch bei dem ein oder anderen Autoren.

Von den schrecklichen Planeten gelten aber der abnehmende Mond und der ungünstig gestellte Merkur nur als „sanfte“ Übeltäter.

Beispiel 3 – George Clooney und das Subha-Kartari-Yoga

George Clooney ist ein erfolgreicher amerikanischer Schauspieler. Er hat im 2. Haus vom Lagna die Venus und im 12. Haus vom Lagna den angenehmen Planeten Jupiter, somit liegt die günstige Variante der Kartari-Yogas vor. Angenehme Grahas wie hier Jupiter im 12. Haus helfen, dass man Ressourcen zum ausgeben hat, wodurch man glücklicher durch das Leben gehen kann. Angenehme Planeten wie hier die Venus im 2. Haus sind gute Dinge, die dem Geborenen nahe sind und stellen auch eine Ressource dar, durch die sie profitieren können. Cloonex stammt aus einer Entertainement-Familie, dies zeigt hier die Venus im 2. Haus an, was ein Vorteil für seine Karriere war.

Weiter gefasste Paapa- bzw. Subha-Kartari-Yogas

Dieses Prinzip, dass der Aszendent duch 2 angenehme oder üble Planeten eingerahmt ist, lässt sich auch erweitert analog auf eingerahmte Planeten anwenden. In diesem Fall werden dann die entwicklungen des eingeklemmten Planeten gehemmt bzw. gefördert. Hierzu ein weiteres Beispiel.

Beispiel 4 – Paapa-Kartari-Yoga bei Helena Blavatsky

Helena Blavatsky war eine russische Okkultistin. Sie hat Mars zwischen Saturn und Merkur, der durch die Konjunktion mit Mars und Saturn ebenso ein schrecklicher Planet ist. Somit leidet Mars in seiner Entfaltung. Dies reduziert, dass sie Charakterstärke und Tugenden entwickeln kann. Helena Blavatsky wurde des öfteres Betrug und Täuschungsmanöver vorgeworfen, was aufgrund des eingeklemmten Mars ein Hinweis wäre. Merkur als schrecklicher Planet ist hier aber nicht so schlimm, viel schlimmer ist Saturn, der in einer noch weiter gefassten Anwendung des Kartari-Yogas auch durch die schrecklichen Planeten Rahu und Mars zeichenübergreifend eingeklemmt ist. Ein gehemmter Saturn wird ängstlicher und kann weniger aushalten. Auch Rahu wäre demnach in einem Paapa-Kartari-Yoga, da er zwischen Saturn und Sonne steht. Ein eingeklemmter Rahu fördert ebenfalls Ängste und Phobien. Ich will an dieser Stelle nicht behaupten, dass sie keine große Erkenntnisse im okkulten Bereich hervorbrachte, doch muss sie auch eine sehr ängstliche Person gewesen sein, zumal Merkur auch der Herrscher ihres Aszendenten ist. Allerdings ist es hier von Vorteil, dass Merkur in der Jungfrau in seinem Erhöhungszeichen ist, also am stärksten ist – dies relativiert dies wieder etwas. Oft ist es so, dass Esoteriker aufgrund der eigenen noch bestehenden Ängste im okkulten Bereich forschten.

Die 5 Lebensstadien (Ashramas) eines Menschen

Das „Ashrama-System“ stellt eine wichtige Säule im Vedischen Leben dar. Hier wird das menschliche Leben in 5 Perioden eingeteilt. Diese 5 Stadien sind: 1. Bala-Ashrama (Kindsein, Schule), 2. Brahmacharya (Ausbildung), 3. Grihastha (Haushälter), 4. Vanaprastha (Phase des Rückzugs) und 5. Sannyasa (Entsagender). Andere sprechen von 4 Stadien und fassen die Nummer 1 und 2 zusammen. Diese Lebensstadien werden auch kombiniert mit den 4 Vedischen Lebenszielen (Purusartha) Dharma, Artha, Kama und Moksha. Demnach wäre es für die ideale Entwicklung eines Menschen so handzuhaben, dass die ersten beiden Phasen für Dharma und Moksha verwendet werden. Erst in den letzten Jahren des Brahmacharya, also ab 20, sollte dann das Streben nach materieller Sicherheit (Artha) hinzukommen. Als Haushälter sind dann alle 4 Lebensziele wichtig, aber in den letzten beiden Stadien des Lebens wieder nur noch Dharma und Moksha. Hierzu eine grafische Darstellung:

Die linke Säule in dieser Tabelle beschreibt das Lebensalter. Allerdings überschneiden sich diese Zeiträume auch oft und es gibt auch geringfügig abweichende Meinungen, wie lange z. B. die Phase eines Brahmacharya sein sollte etc. Ehe wir dieses Wissen in Verbindung mit der Vedischen Astrologie bringen, wollen wir dieser verschiedenen Lebensstadien noch etwas näher beschreiben.

Der 1. Ashrama: Bala-Ashrama:

Ashram als Kind und wenn wir in die Schule gehen

Der 2. Ashrama: „Brahmacharya“ oder Studentenpraktikum

Zeit der formalen Bildung, die bis zum Alter von etwa 25 Jahren dauert. Während dieser Zeit verlässt der Schüler sein Zuhause, um bei einem Guru zu sein und sowohl spirituelles als auch praktisches Wissen zu erwerben, das im Einklang mit Dharma stehen soll. Der Schüler hat zwei Aufgaben: die Fähigkeiten seines Lebens zu erlernen und sich ständig seinen Lehrern zu widmen. Während dieser Zeit heißt er Brahmachari, während er sich auf seinen zukünftigen Beruf sowie auf seine Familie und das soziale und religiöse Leben vorbereitet, das uns erwartet. In dieser Phase sollte man immer noch ein keusches Leben führen. Wenn man dienen möchte im Leben, dann ist dies der Brahmacharya-Ashram z. B. Gandhi.

Das 3. Ashrama: „Grihastha“ oder Familienstadium

Das wählen die Meisten (deswegen sagt der Rishi Parashara, dass das D 9 die „Ehe“ anzeigt). Dieses dritte Ashrama beginnt in der Ehe, wenn man die Verantwortung dafür übernehmen muss, seinen Lebensunterhalt zu verdienen und eine Familie zu ernähren. In diesem Stadium praktizieren Hindus zuerst Dharma, streben aber auch nach Reichtum oder materieller Befriedigung (artha) als Notwendigkeit und gönnen sich unter bestimmten definierten sozialen und kosmischen Normen sexuelles Vergnügen (kama). In dieser Phase existieren die stärksten sexuellen, emotionalen, beruflichen, materiellen und sozialen Bindungen. Hat man ein gutes Navamsa in dieser Zeit, wird man Sinn finden in seinem Ehe-Ashram. Diese Periode wird dem Alter 24 – 48 zugeordnet.

Das 4. Ashrama: „Vanaprastha“ oder die Rückzugsphase

Dieses Ashrama dauert bis zum Alter von etwa 50 Jahren. Nach Manus Gesetzen sollte ein Mensch, wenn die Haut faltig wird und sein Haar grau wird, sein Zuhause verlassen und in den Wald gehen. Viele Hindus sind jedoch so verliebt in das 3. Ashrama, dass die Grihastha-Stufe ein Leben lang dauert. Ab Ende 40 beginnt diese Phase und sie geht bis Anfang 70. In dieser Phase kann man beginnen, für andere Menschen als Ratgeber zu fungieren, da man die 3. Periode bereits durchlebt hat.

Das 5. Ashrama: „Sannyasa“ oder das wandernde asketische Stadium

Das Vanaprastha-Stadion war schon ein schrittweiser Rückzug, doch jetzt entsagt man dem materiellen Leben. Die Pflicht des Menschen als Familienoberhaupt endet: Er wurde Großvater, seine Kinder wuchsen auf und schufen ein Eigenleben. In diesem Alter sollte er alle körperlichen, materiellen und sexuellen Freuden aufgeben, sich aus seinem sozialen und beruflichen Leben zurückziehen und sein Zuhause für eine Hütte im Wald verlassen, wo er Zeit im Gebet verbringen kann. Diese Phase beginnt mit Anfang 70 und geht bis zum Lebensende.

Der 1. und 2. Ashrama werden den Planeten Mars, Saturn und Merkur zugeordnet, der 3. den Planeten Jupiter und Venus, dem 4. der Sonne und Mond und dem 5. den Planeten Rahu und Ketu.

Den Pfad, den Jemand erwählt, zeigt letztlich den Ashram an, in dem Jemand ist. Ein Ashram ist eigentlich die Gemeinschaft, in der man ist und die meisten Menschen wählen als Ashram die Ehe und führen so das Leben eines Haushälters bis zum Lebensende. Aber andere wählen den spirituellen Ashram und werden ein Entsagender oder ein Mönch und nicht erst in den späten Lebensjahren.

Sind wir im Bala-Ashram, hier gehen wir in die Schule und ist das Navamsa gut, dann glauben wir an diesen Ashram und finden unsere Antworten in unserer Kultur und wollen das Beste daraus machen. Und ist man unglücklich in der Schule gewesen, dann muss das Navamsa für diese Zeit schlechtes angezeigt haben.

Im Bramacharya-Ashram will man ein produktives Leben führen aber mehr in die Richtung, sich einem hohen Ideal anzunähern, das über das Genießen und Erzeugen von Nachkommen hinausgeht. Und dann kommt der Ashram als Haushälter, man heiratet und wenn man ein gutes Navamsa hat, dann findet man Sinn in der Ehe und in der Gesellschaft, ist das D 9 verletzt, dann wird man unpassend verheiratet oder man musste wegen Nachkommen heiraten etc.

Allein die Tatsache, dass wir Astrologie erlernen, zeigt an, dass es Verletzungen im Navamsa geben muss, denn in den westlichen Gesellschaften wird die Astrologie abgelehnt und wir suchen außerhalb unseres kulturellen Verständnisses nach Antworten. Aber das Ziel ist, dass wir unseren Ashram erwählen und darin Sinn finden, denn ansonsten verschwenden wir die Zeit und wandern ziellos umher.

Das Ziel des Navamsas ist es also, einen Fokus im Leben zu haben und sich einem Ashram anzuschließen. Und so wird unser Pfad schmaler, denn wir fokussieren uns dann. Hat man z. B. den Ehe-Ashram, dann kann man sich nicht mit anderen Frauen einlassen. Oder ist man im Ashram eines Bramacharya, der ist sehr, sehr eng, aber je enger ein Pfad ist, umso schneller entwickelt man sich. Und das Ziel eines Ashrams ist es immer, Wissen über das Selbst zu erhalten, denn auch dafür steht das 9. Haus. Und hat man z. B. den Ehe-Ashram gewählt und wird geschieden, dann fühlt man sich erst einmal verloren, denn nun ist man ohne Sinn unterwegs, zuvor drehte sich ja alles um die Ehe. Ein schlechtes Navamsa bedeutet also, dass man sich nicht verankert fühlt und unsicher mit dem fühlt, was man tut im Leben. Das Rasi ist der Pfad, aber das Navamsa verankert uns auf diesem.

So können wir die einzelnen Ashrams untersuchen. Bis zum Schulabschluss ist es der Bala-Ashram, hier sehen wir am Navamsa, wie sehr der Schüler dem Lernen hingegeben ist und Erfüllung darin findet. Dann sagen wir, dass Jemand auf die Hochschule gehen will, jetzt ist dies der Bramacharya-Ashram, dann kommt der Ehe-Ashram, man versucht mit seinem Partner das Beste aus dem Leben zu machen. Oder man entscheidet sich, der Welt zu entsagen, sich voll auf die spirituelle Entwicklung zu fokussieren. Doch wenn das Navamsa nicht stark ist, dann wandert man oft zwischen dem spirituellen Ashram und dem Ehe-Ashram hin und her und man fokussiert sich nicht, man kann sich also nicht auf dem jeweiligen Pfad verankern.

Beispiel: Der Ashram von Gandhi

Hier sehen wir das Navamsa von Mahatma Gandhi, dem großen indischen Freiheitskämpfer, der von 1869 – 1948 lebte. Im Zeichen Krebs hat er den so wichtigen 9. Hauspunkt, der anzeigt, wie wir „unseren Ashram“ finden. Er hat Saturn und Jupiter darin, das bedeutet, dass er im Leben eines Haushälters (Grihastha) und eines Brahmacharya (Dienen, Lernen, Zölibat) seinen Ashram finden wollte. Er war verheiratet und hatte mit seiner Frau 4 Kinder. Wenn man so will, dann lebte er gleichzeitig in diesen beiden Lebensstadien. Dies zeigte sich z. B. in der Form, dass er 1906 ein Keuschheitsgelübde ablegte und sehr streng mit der Disziplinierung von sich selbst gewesen ist. Rahu und Ketu beeinflussen aber auch das Zeichen Krebs. Diese beiden Planeten fördern den Ashrama der Entsagung und wie Sie hier sehen, steht die Venus zusammen mit Ketu im Skorpion, was bedeutet, dass er sich vom sexuellen Genuss früh lossagte im Leben. Dies steht im Zusammenhang damit, dass er sein Leben auch so ausrichten wollte, um Befreiung (Moksha) erlangen zu können, denn Krebs ist ein Wasserzeichen und wird diesem Lebensziel zugeordnet. So war sein „Ashram“ im Leben gemischt, denn er führte das Leben eines Haushälters, konnte aber darin trotzdem sein Bedürfnis der Entsagung (Sannyasa-Ashrama) leben.

Beispiel: Der Ashrama von Sant Kirpal Singh

Dies ist das Navamsa von einem der größten Mystiker des letzten Jahrhunderts aus Indien. Sant Kirpal Singh hat den Aszendenten, aber auch den so wichtigen 9. Hauspunkt im Wasserzeichen Skorpion, in dem auch ein starker Mars enthalten ist. Das Zeichen Skorpion wird außerdem aspektiert durch Ketu, Rahu, Jupiter und Venus. Sant Kirpal Singh heiratete und hatte Söhne, so spielte der Ashrama als Haushälter auch eine Rolle in seinem Leben (wir sehen, dass Jupiter und Venus den Skorpion aspektieren). Doch dann aspektieren auch die beiden Mondknoten, Rahu und Ketu, und dies zeigt den Ashrama eines „Sannaysi“ an. Und ja, er entsagte früh den materiellen Vergnügungen und Mars, der im Skorpion steht, betont auch noch den Ashrama als ein Brahmachari. Er diente seinem Guru und führte ein keusches Leben, da der Mars hier so stark im Skorpion die wichtigsten Komponenten beeinflusst, war dies sein „wichtigster“ Ashram. 1911, in der planetaren Hauptphase von Jupiter (Haushälter-Ashram), heiratete er auf Wunsch der Eltern.

Die Analyse eines Planeten anhand der sog. „Avasthas“

In diesem Artikel wollen wir uns etwas näher ansehen, welche Aussagekraft die Analyse 1 Planeten in einem vedischen Horoskop hat, sofern man ihn anhand seiner verschiedenen „Avasthas“ betrachtet. Avastha bedeutet „Zustand“ und die Vedische Astrologie kennt hiervon 5, die da lauten:

1. Die Balaadi-Avasthas – das Alter eines Planeten

2. Die Jagradaadi-Avasthas – der Bewusstseinszustand eines Planeten

3. Die Deptaadi-Avasthas – die Stimmung eines Planeten

4. Die Lajitaadi-Avasthas – Die Auswirkungen eines Planeten

5. Die Shayanaadi-Avasthas – Das Benehmen eines Planeten

Diese „Avasthas“ wollen wir nun anhand des Vedischen Horoskops von Donald Trump betrachten. Dabei ist mir nicht daran gelegen, die Berechnung und die Deutungsarbeit in vollem Umfang zu erläutern, sondern ich möchte Ihnen demonstrieren, zu welchen Aussagen die Anwendung dieser Avasthas auf einen Planeten bezogen führen. Dazu sehen wir uns das Vedische Horoskop von Donald Trump an und darin den Planeten Mars.

Mars ist bei ihm im 1. Haus im Zeichen Löwe. Nun zu den verschiedenen Avasthas:

1. Die Balaadi-Avasthas:

Mars steht bei 29:57 Grad im Löwen, also ganz am Ende des Zeichens Löwe. Dies ergibt „mrita“ Avastha. „Mrita“ bedeutet „tot“, d. h. dieser Planet neigt zu Einbrüchen und reduzierter Kraft.

2. Die Jagradaadi-Avasthas:

Hier ist Mars in „svapna“ Avastha, d. h. das Bewusstsein dieses Planeten ist „schläfrig“, d. h. nur zu 50 % vorhanden. Dies bedeutet eine durchschnittliche Stärke. Die Folge ist, dass Donald Trump nicht in allen seinen Kämpfen immer voll bei der Sache ist, dennoch ist er aber produktiv, er kann etwas bewegen.

3. Die Deptaadi-Avasthas von Mars:

Bezüglich dieser Stärke ergibt sich „mudita“ Avastha, d. h. Mars ist im Zeichen eines großen Freundes. Diese Avasthas beschreiben die Stimmung des Planeten, während er operiert. Die Folge ist, dass Donald Trump froh ist, wenn er kämpfen kann, das macht ihm Spaß.

4. Lajitaadi-Avasthas:

Mars ist hier in „mudita“ Avastha, das bedeutet, dass die Wirkungen, die durch den Gebrauch des Mars ausgelöst werden, ihn erfreuen. Die Nummer 3 ist die Freude während dem gebrauch von Mars und die Nummer 4 ist sozusagen das Ergebnis aus dem Gebrauch von Mars. Mars schenkt ihm nach Gebrauch Erfüllung. Dieses Avastha kommt hier deshalb zustande, weil er im Zeichen eines natürlichen Freundes positioniert ist, der Sonne und diese unterstützt die Ziele von Mars.

5. Shayanaadi-Avasthas:

In dieser Rubrik ist Mars „kautuka“ Avastha. Die Texte sagen dazu: „neugierig, hat Söhne u. Freunde, wenn erhöht zudem tugendhaft u. geehrt“ – also ein positives Avastha. Zudem hat er Kinder, auch Freunde und er kämpft auch für hohe Ideale, wodurch ihm Ehre entgegengebracht wird. Zu diesem Avastha wird dann auch noch bewertet, ob diese Qualität wenig, durchschnittlich oder stark vorhanden ist, hier hat er „cheshta“ Avastha, also volle Leistung.

Dadurch haben wir 1 x Minus, ansonsten positiv oder durchschnittlich, das ergibt einen überwiegend günstig wirkenden Mars. So können wir – nur aus diesen 5 Avasthas – ableiten, dass Donald Trump ein mutiger Krieger ist, er Willen und Logik besitzt, um zielgerichtet sein Vorhaben anpacken zu können. Die Instabilität von Mars, die wir unter Nummer 1 gesehen haben, kann durch die überwiegend positiven Eigenschaften kompensiert werden. Trotzdem kann er Phasen haben, wo er aufgrund nicht vorhandener Kraft nicht kämpfen kann, weil er sich zu schwach fühlt etc.

Dies war nun nur ein „Schnelldurchlauf“ durch diese Avasthas, denn man kann die Planeten anhand dieser Avasthas noch viel eingehender analysieren und bewerten, wodurch weit mehr Rückschlüsse zum Tragen kommen würden. Zum Beispiel gibt es ja noch die 15 Zusatzhoroskope für Mars, in denen seine Avasthas erneut kalkuliert werden müssen etc.

Saturn im Zeichen Löwe

Wenn sich der Planet Saturn im Zeichen Löwe befindet, dann sehen wir hier 2 sehr entgegengesetzte Energien miteinander verbunden, denn das Zeichen Löwe wird von der feurigen Sonne regiert, während es auf Saturn, der ja von den sichtbaren Planeten am weitesten weg ist von der Sonne, im Schnitt nur minus 140 Grad hat, sprich das ewige Eis herrscht. Außerdem repräsentiert der Herrscher des Zeichens Löwe, die Sonne, einen König und Saturn ist ein Diener.

So finden wir bei Personen, die Saturn im Zeichen Löwe haben, auch große Gegensätze. Das Zeichen Löwe steht ja für die Kreativität, die aus Basis der eigenen Inspirationen verwirklicht wird. Aufgrund der Saturnplatzierung empfindet eine solche Person immer einen Mangel in den eigenen Kreationen, was aber sehr viel daran liegt, weil einfach auch das Selbstvertrauen in die eigene Schöpferkraft reduziert ist. So kann Saturn mit seinen Schattenseiten den Zugang zur eigenen Kreativität hemmen oder selbst wenn diese Barriere überwunden wird, kommt es nicht zu der ersehnten Selbstverwirklichung. Dieses reduzierte Selbstvertrauen kommt von einer mangelnden Akzeptanz bzw. von zu wenig Lob durch den Vater. Diese Konstellation bedingt deshalb auch Furcht vor Autoritäten oder mächtigen Personen oder sie sind zumindest tief beeindruckt von Menschen, die Status und Macht haben.

Eigentlich braucht ja bereits das Zeichen Löwe eine Bühne, um die Zuschauer inspirieren zu können, doch durch den Mangelplaneten Saturn kommt jetzt auch noch das Ego mit zur Geltung, wodurch das Bedürfnis nach Zuneigung und Aufmerksamkeit schier endlos wird. Aber auch hier zeigen sich die Widersprüche: zwar gibt es das Bedürfnis, Wertschätzung von außen zu erhalten, doch gleichzeitig scheut diese Person die Öffentlichkeit oder die Bühne aus einem Mangel an Selbstwertschätzung. Es gibt die Neigung in der ersten Lebenshälfte, lieber „im Schatten“ oder „im Hintergrund“ zu arbeiten. Oder es äußert sich so, dass diese Person nicht ihre Ambitionen verwirklicht und eher für die Ziele Anderer arbeitet. Oder die Person arbeitet sehr hart daran, sich zu einer Führungsperson zu entwickeln. Diese Menschen haben eine Menge Talente in sich, besonders in den kreativen Gebieten des Schreibens, Forschens und des Studierens. Obwohl sie dies intuitiv wissen, kämpfen die Löwe-Saturn-Menschen hart, ihre kreative Seite auch wirkungsvoll ausdrücken zu können.

Nicht nur der Löwe lebt gerne zurückgezogen, auch Saturn ist ein Einzelgänger und dies fördert, dass diese auch gerne in der Einsamkeit zurechtkommen. Auch fällt es diesen Menschen schwerer, ihr Königreich, sprich ihr Zuhause, an einem Ort zu fixieren, sie wandern lieber umher und wollen frei und ungestört sein. Nicht nur deshalb, aber auch aufgrund einer gewissen Neigung zur Distanziertheit gibt es „Abstand“ zu den eigenen Nächsten oder die Person wird von diesen ignoriert.

Saturn im Löwen reduziert die Vitalität, es gibt einen Mangel an Lebendigkeit, bringt Schwierigkeiten mit Ehethemen und keine oder wenig Kinder. Es können sich nach vorne hängende Schultern oder eine gewisse Schüchternheit zeigen. Saturn als Mangelplanet macht die Person außerdem geneigt, sich besonders auf den Mangel an sich selbst und auch bei den Mitmenschen zu fokussieren, was dann die Selbstzufriedenheit reduziert und auch als störende Kritik von den Mitmenschen empfunden wird. Dies ändert sich dann, wenn der Mensch mit Saturn im Löwen lernt, sich selbst mehr Wertschätzung entgegenbringen zu können.

Das Vedische Horoskop von Nord-Zypern (TRNC)

Es ist vielen Menschen in Europa gar nicht bekannt, dass die Mittelmeerinsel Zypern politisch geteilt ist, und zwar in einen nördlichen und einen südlichen Teil. Der südliche Teil wird von den griechischen Zyprioten primär bewohnt und der nördliche Teil von den türkischen Zyprioten. Meine Frau und ich leben seit Ende 2017 auf der Insel, zunächst 2 Jahre im südlichen Teil und seit Anfang 2020 im nördlichen Teil, der nur von der Türkei anerkannt ist und nicht zur EU gehört. Deshalb ist es interessant, einmal dieses Land und seine Zukunft astrologisch zu beleuchten, zumal auch hier schon viele Auswanderer, u. a. auch Deutsche, zufrieden seit langem leben. In Wikipedia lesen wir dazu:

„Die Insel ist seit 1974 de facto geteilt. Der Süden wird von der Republik Zypern beherrscht, die völkerrechtlich weiterhin die ganze Insel umfasst (außer den britischen Militärbasen Akrotiri und Dekelia). Der Nordteil steht jedoch unter Kontrolle der Türkischen Republik Nordzypern, welche nur von der Türkei anerkannt wird, die dieses Gebiet 1974 militärisch besetzte, nachdem griechische Putschisten den Anschluss Zyperns an Griechenland durchsetzen wollten. Zwischen den beiden Gebieten liegt eine Pufferzone, die als „Grüne Linie“ (Green Line/πράσινη γραμμή/yeşil hat) auch die Hauptstadt Nikosia teilt und von der Friedenstruppe der Vereinten Nationen in Zypern (UNFICYP) überwacht und verwaltet wird“.  

Hier das Vedische Horoskop der „TRNC“. der „Türkischen Republik Nord-Zypern“:

Leider liegt keine Uhrzeit vor, so habe ich 00:00 Uhr verwendet für den Tag der Verkündung der Unabhängigkeit der TRNC. Sofort fällt Folgendes auf: Der 4. Hauspunkt, der das Staatsgebiet repräsentiert, fällt in das Zeichen Skorpion, worin sich Sonne und Saturn befinden. Saturn und Sonne sind 2 trennende Planeten, diese stellen hier eine sehr schmerzhafte Konstellation dar, die der Gründung des Gebiets der TRNC zugrunde liegt. Der Herrscher, Mars, steht im Aszendenten Jungfrau, das besagt, dass die „Geburt“ der TRNC aufgrund oder mit einem militärischen Konflikt zustande gekommen ist (die Türken eilten den türkischen Zyprioten zu Hilfe). Mars regiert aber auch das 8. Haus, welches für Anhängigkeit besteht und diese gibt es, denn die Türkei hat einen gewissen Einfluss auf das Land Nordzypern, auch wenn das die meisten Nordzyprioten nicht gerne sehen. Die Sonne repräsentiert mächtige Einflüsse aus dem Hintergrund (sie regiert das 12. Haus) und verbrennt den Merkur, den Herrscher des Aszendenten (Jungfrau), so sehen wir diesen nicht so gern gesehenen Einfluss seitens der Türkei. Für mich stellte sich bis dato dies nicht als Problem dar, im Gegenteil, die Türkei tut sehr viel Gutes für TRNC, z. B. was die Möglichkeit angeht, Zahlungen zu tätigen, dann hat die Türkei eine Wasserleitung über das Meer zur TRNC verlegt, falls es Probleme mit dem Trinkwasser gibt u. v. m.

Trotz diesem Einfluss hat dieses junge Land sich aber dennoch eine sehr eigene Note bewahrt, denn TRNC ist sehr westlich geprägt, da Zypern insgesamt sehr lange und bis heute unter englischem Einfluss stand bzw. steht.

Der Mond steht im 7. Haus in den Fischen, dies weist darauf hin, dass die TRNC eine sehr friedliche Verbindung zu Ausländern pflegt, die Venus steht in der Waage, worin der 2. und 3. Hauspunkt ist, das bedeutet, dass auch die Beziehung zu Nachbarn sehr friedlicher Natur ist. Merkur, der Herrscher des Aszendenten, steht im Zeichen Schütze, worin ein starker Jupiter ist und worin der 5. Hauspunkt ist. Das bedeutet, dass dieses „nichtanerkannte“ Land stark damit beschäftigt ist, eine eigene Individualität zu entwickeln, und das gute Karma des nordzypriotischen Teils und gewisse Partner der TRNC werden dieser Entwicklung sehr dienlich sein. So entdecken z. B. immer mehr Ausländer diese Perle im Mittelmeerraum (Jupiter regiert auch den 7. Hauspunkt).

Mars in Haus 1 bedeutet auch, dass Zypern diese Abhängigkeit überwinden möchte und da Mars auch den 9. Hauspunkt regiert, bedeutet dies, dass die eigene Tradition und Kultur immer mehr zum Vorschein kommen wird, je mehr man sich von Fremdeinflüssen freimachen kann. Zypern war immer fremdbestimmt, ob nun durch Engländer, Türken, Griechen etc., doch der Weg weist in Richtung Unabhängigkeit. Dies wird kein leichter Weg dorthin, aber kommende Veränderungen unterstützen diesen Prozess (Mond aspektiert den Mars).

Eine dieser Veränderungen könnte darin bestehen, dass die TRNC nun einen neuen Präsidenten hat. Sein Name ist Ersin Tatar und er wurde am 23.10.2020 um 15:00 Uhr in Lefkosa, der Hauptstadt der TRNC, vereidigt. Die Wahl hat er deshalb gewonnen, weil er ab jetzt dafür eintreten möchte, die Idee einer Wiedervereinigung mit dem südlichen Teil aufzugeben und die Zweistaatenlösung anzustreben, sprich darauf hinzuwirken, dass die TRNC endlich international anerkannt würde. Die Wiedervereinigung wäre ja immer nur dann möglich gewesen, wenn sich die TRNC der Herrschaft der griechischen Zyprioten unterworfen hätten, was aber nichts mit einem fairen Miteinander auf Augenhöhe zu tun gehabt hätte und so hat er nun für die Aufgabe der Illusion der Wiedervereinigung, auf die man 46 Jahre gehofft hatte, großen Zuspruch von der Bevölkerung erhalten. Was könnte nun unter ihm geschehen? Wir sehen uns dazu seinen „Amtseinführungschart“ an:

Für seine Amtszeit haben wir den Aszendent Wassermann, dessen Herrscher Saturn mit Jupiter und dem Mond im 12. Haus ist. In den so wichtigen Kendras, den Eckhäusern, hat er Merkur und Sonne im Skorpion mit dem 9. Hauspunkt darin. Das bedeutet, dass er tatsächlich die Schwäche Nordzyperns, kein souveräner Staat zu sein, überwinden möchte. Merkur regiert das 8. Haus, das Haus der Schwächen, darin sitzt die Venus, welche den 8. Hauspunkt regiert, also doppelt angezeigt und Merkur hat eine Konjunktion mit Merkur, es geht um Trennung von dieser Schwäche. Die Sonne regiert auch das 7. Haus, hier geht es wohl um die Türkei als mächtigen Partner, das bedeutet, dass die Türkei Ersin Tatar in diesem Vorhaben unterstützten wird, mehr den eigenen Weg als TRNC finden zu können, auch wenn im Gegenzug der Einfluss durch die Türkei erhalten bleibt bzw. vielleicht sogar zunehmen kann.

Interessant ist, dass Mars hier im Widder ist, worin der 2. Hauspunkt ist. Mars regiert auch den 9. Hauspunkt, das bedeutet, dass die TRNC in dieser Amtsperiode wohl mehr zu den eigenen Fähigkeiten und Ressourcen finden wird. Dies kann damit im Zusammenhang stehen, dass ein großes Gasvorkommen im Mittelmeerraum in der Nähe der Insel Zypern entdeckt wurde und die Türkei die TRNC unterstützen wird, ihren Anteil daran erhalten zu können, was aber von den griechischen Zyprioten und deren Verbündeten (EU) abgelehnt wird. Doch scheint sich hier gutes Karma für die TRNC in den nächsten Jahren entfalten zu wollen. Mars im Widder ist ja auch eine Konstellation, die anzeigt, dass dieses junge Land sich selbst noch finden muss. Rahu im Zwilling, worin die Hauspunkte 4 und 5 sind, deutet darauf hin, dass in dieser Amtsperiode es gelingen kann, dass die TRNC sich mehr ihres Landes und ihrer Fähigkeiten im Klaren wird. Oder man entdeckt, dass das Ausland eine gute Möglichkeit darstellt, dem Wohlergehen dieses Landes zu helfen (z. B. durch Tourismus etc.).

Natürlich ist jetzt erst einmal das Problem mit der „Pandemie“ zu sehen, der Herrscher des 6. Hauses, der Mond, steht zusammen mit Saturn und Jupiter im 12. Haus, so sehen wir das Land zunächst isoliert unter seiner Führung ab Ende 2020. Jupiter, der Herrscher des 10. und 11. Hauspunktes steht im Fall mit Saturn im 12. Haus, so ist diese Amtsperiode in Zusammenhang mit der Pandemie auch davon gezeichnet, dass die Wirtschaftsleistung und das Einkommen des Landes extrem einbrechen wird, eine Sache, die wir natürlich auch für Europa erwarten müssen. Der Mond beeinflusst hier aber den Jupiter positiv, das bedeutet, dass diese Phase dazu führen wird, dass trotzdem die materielle Existenz gesichert werden kann.

Sonne und Merkur in Konjunktion bilden hier ein Raja-Yoga im Skorpion; dies wird helfen, dass das Schlimmste verhindert werden kann in dieser Amtsperiode. Ersin Tatar selbst  könnte es aber geschehen, dass er nicht die komplette Amtszeit an der Macht bleiben kann, weil erkannt wird, dass er mit gewissen Verbündeten kooperiert, was ihn in Bedrängnis bringt. Dies könnte insbesondere zwischen September 2021 und Anfang 2023 der Fall sein und es dann zu Neuwahlen kommen. Vielleicht steht diese Entwicklung damit in Verbindung, dass das Land mit der Unabhängigkeits- und Einkommensentwicklung unter ihm nicht so zufrieden ist.

Wir werden sehen, was passiert, denn wir leben insgesamt in bewegten Zeiten!

Übrigens betreibt meine Ehefrau eine Webseite mit Informationen über Nord-Zypern und einen Youtube-Kanal, hierzu die Links:

Webseite: www.auswandern-und-immobilien-auf-nordzypern.de

Youtubekanal: https://www.youtube.com/channel/UCv5iJInCbubvLosmrDNmdsA

Das Mond-Horoskop

Es gibt in der Vedischen Astrologie sehr, sehr viele Techniken der astrologischen Deutung und Prognose, die auf dem Mond basieren. Dies führt auch dazu, dass das Zeichen, in dem sich der Mond befindet, fast den gleichen Stellenwert hat wie der Aszendent. So kann man zur Deutung das Vedische Horoskop so drehen, dass sich das Zeichen, in dem der Mond ist, sich im 1. Haus befindet und somit als sekundärer Aszendent fungiert. Diese astrologische Aufstellung zur Deutung wird als „Chandra-Lagna“ bezeichnet, Chandra = der Mond, Lagna = der Anfangspunkt der Deutung, also der Aszendent. Aus diesem Grund offenbart das Mondzeichen wichtigere Persönlichkeitsmerkmale als wie das Sonnenzeichen, denn wir Menschen stehen mehr unter dem Einfluss unseres Gemüts und handeln weniger auf Basis der Seele, was ja durch die Sonne angezeigt ist.

Besonders interessant ist die Deutung nicht nur zur Bestätigung für Deutungen anhand des Geburtshoroskops, sondern auch für diejenigen, die keine genaue Geburtsuhrzeit haben, denn der Mond verweilt ja durchschnittlich 2,5 Tage in einem Zeichen. Meine Frau und ich waren 3 x in Indien und hatten auch indische Astrologen besucht. Dabei war ich sehr überrascht, wie diese für meine Ehefrau sehr gute Deutungen machten, obwohl wir für sie damals keine Geburtsuhrzeit hatten.

Beispiel 1: das Mondhoroskop von Donald Trump

Als Beispiel dazu das normale Geburtshoroskop von Donald Trump mit dem Mondhoroskop (Chandra-Lagna) rechts daneben:

Im „normalen“ Geburtshoroskop hat Donald Trump als Aszendent den feurigen Löwen mit Mars darin, der seine feurige Natur noch mehr unterstreicht. Drehen wir nun den Chart so, dass der Mond im 1. Haus, also im Aszendenten ist, dann haben wir das Zeichen Schütze dort. Auch Schütze ist ein Feuerzeichen, dies bestätigt und betont nochmals mehr seine feurige Natur und macht ihn sehr leidenschaftlich in seinen Vorhaben. Im Geburtshoroskop hat er die Sonne, den Herrscher des Aszendenten, im 11. Haus stehen, zusammen mit Rahu. Das bedeutet, dass Donald Trump sehr auf gesellschaftliche Anerkennung und Einkommenserzielung und Titel ausgerichtet ist. Betrachten wir dies nun vom Mondhoroskop aus, dann ist der Herrscher des Aszendenten der Jupiter und dieser steht in der Waage und damit auch im 11. Haus. Auch dadurch wird die Erkenntnis aus dem Geburtshoroskop erhärtet. Oder schauen Sie sich das Thema Partnerschaft an. Im Geburtshoroskop hat er den Herrscher des 7. Hauses, welcher die Ehefrau repräsentiert, sowie die Venus, die auch die Ehefrau anzeigt, im 12. Haus, welches für Trennung steht. Kein Wunder also, dass er vor seiner jetzigen Ehefrau Melanie 2 weitere gescheiterte Ehen hatte. Sehen wir nun nach dem Mondhoroskop, dann ist im 7. Haus die trennende Sonne mit dem Rahu, was sehr ungünstig für eine Beziehung ist und auch die Venus steht im schlechten 8. Haus und Merkur, der Herrscher des 7. Hauses, ebenso. Übrigens sind Venus als auch Merkur mit Saturn, einem trennenden Planeten, in Konjunktion, so deutet dies ein weiteres Mal in Richtung Trennung bei dem Thema der Partnerschaft.

Beispiel 2 – das Mondhoroskop von Arnold Schwarzenegger

Im Geburtshoroskop ist Arnold Aszendent Krebs und der Herrscher des Aszendenten, der Mond, befindet sich im Zeichen Steinbock im 7. Haus. Dadurch wird in seinem Leben das 7. Haus sehr wichtig. Das 7. Haus steht für das Auswandern, Beziehungen, eine Selbständigkeit und die Öffentlichkeit. Alles Lebensbereiche, die von ihm sehr betont erfahren wurden als Schauspieler und US-Politiker. Im Mondhoroskop ist nun der Aszendent der Steinbock, darin befindet sich der Mond, der Herrscher des 7. Hauses – so wird wieder die Wichtigkeit der Themen des 7. Hauses in seinem Leben unterstrichen.

Beispiel 3 – der Heilige Sant Kirpal Singh

Sant Kirpal Singh war ein weltberühmter indischer Guru des letzten Jahrhunderts aus Indien. In seinem Geburtshoroskop ist er Aszendent Waage und der Herrscher des Aszendenten, die Venus, sitzt im 6. Haus (= Dienen) im Zeichen Fische. Im Mond-Horoskop ist der Aszendent im Wassermann, auch einem Luftzeichen und der Herrscher des Aszendenten, Saturn, ist in der Waage, so wird nun das Zeichen Waage wieder betont. Außerdem ist im Mondhoroskop der Herrscher des 6. Hauses, die Sonne, auch im 1. Haus, dadurch wird wiederholt die Wichtigkeit des 6. Hauses (= Dienen) betont. Oder so: im Geburtshoroskop sehen wir, dass Jupiter (= Guru) und die Venus (= Sant Kirpal Singh) einen sog. „Zeichentausch haben (Venus im jupiterischen Fisch, Jupiter im venusischen Zeichen Stier), wodurch er mit seinem eigenen Guru sehr eng verbunden war. Im Mondhoroskop ist der Herrscher des Aszendenten, der Saturn, im 9. Haus platziert. Das 9. Haus steht für den Guru, so haben wir wieder eine Bestätigung dafür, wie wichtig sein eigener Guru für ihn im Leben gewesen ist.

Sie sehen – es lohnt sich, das Vedische Horoskop auch vom Mond aus zu deuten, das ist auch der Grund, warum die indischen Astrologen meistens keine Deutungen abgeben, ohne auch diese Technik angewandt zu haben.

Was ist wichtiger – Aszendent o. Sternzeichen?

Hier im Westen kennen die Menschen primär ihr sog. „Sternzeichen“, die wenigsten kennen ihren Aszendenten. Die Folge ist, dass die Mehrheit astrologische Deutungen und Texte anhand des eigenen Sternzeichens auswählt. Aber warum gibt es auch den Aszendenten im Horoskop und kann dieser mehr oder weniger über Sie im Unterschied zu Ihrem Sternzeichen aussagen? Sie werden gleich erkennen, dass dies eine sehr lohnende Überlegung ist und so wollen wir zunächst den Unterschied zwischen diesen beiden Komponenten eines Horoskops anhand der Vedischen Astrologie beleuchten.

Wofür steht das Sternzeichen?

Besonders in der westlichen Welt identifizieren sich die Menschen mit ihrem Sternzeichen. Mit Sternzeichen ist gemeint, in welchem Zeichen des Tierkreises (Widder, Stier, Zwilling usw.) sich die Sonne zum Zeitpunkt der Geburt eines Menschen befand. Im Laufe eines Kalenderjahres durchläuft die Sonne alle 12 Zeichen des Tierkreises. Hierzu eine Übersicht, in welchen Zeichen sich die Sonne innerhalb eines Jahres befindet. Bitte beachten Sie, die Zeiträume sind Mittelwerte und können aus Kalendergründen (Schaltjahre) bis +/- 1 Tag abweichen:

Widder21.03. – 20.04.
Stier21.04. – 21.05.
Zwilling22.05. – 21.06.
Krebs22.06. – 22.07.
Löwe23.07. – 22.08.
Jungfrau23.08. – 22.09.
Waage23.09. – 22.10.
Skorpion23.10. – 22.11.
Schütze23.11. – 20.12.
Steinbock21.12. – 19.01.
Wassermann20.01. – 18.02.
Fische19.02. – 20.03.

Ist demnach Jemand z. B. am 10. Oktober eines Jahres geboren, dann ist diese Person Sternzeichen Waage usw. Da die Sonne aber vom 23.09. – 22.10. eines Jahres im Zeichen Waage steht, sind alle Menschen, die innerhalb dieser 30 Tage geboren werden, Sternzeichen Waage. Die Sonne stellt in der Vedischen Astrologie die Erscheinung der Person und die Persönlichkeit als Ganzes dar und somit werden wir an einem Menschen, dessen Sternzeichen Waage ist, sicherlich „Waage-Eigenschaften“ beobachten können. Gleichzeitig ist es aber so, dass innerhalb dieses Zeitraums zwischen dem 23.09. und 22.10. alle Geborenen Sternzeichen Waage sind, aber in ihrem Wesen nach sehr unterschiedlich sind und so kann das Sternzeichen nur eine erste grobe Zuordnung bedeuten.

Wofür steht der Aszendent?

Der Aszendent ist das Zeichen, das zum Zeitpunkt der Geburt am östlichen Firmament gerade aufgeht. Innerhalb 1 Tages steigen alle 12 Zeichen des Tierkreises auf und deshalb befinden sie sich jeweils nur ungefähr 2 Stunden am östlichen Himmel. Das bedeutet: alle an einem Tag Geborenen haben sehr wahrscheinlich das gleiche Sternzeichen. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch alle das gleiche Zeichen im Aszendenten haben, liegt daher nur bei 1:12, also 8,3 %. Damit wird die Geburtsuhrzeit neben dem Geburtsdatum jetzt sehr wichtig, denn sie legt fest, welcher Aszendent für eine Deutung zugrunde gelegt werden muss. Und da wir hiermit alle Menschen in 12 verschiedene Gruppen einteilen, obwohl sie alle das gleiche Sternzeichen haben für diesen Tag, beschreibt der Aszendent die Persönlichkeit und das Schicksal des Menschen genauer als das Sternzeichen.

Die Eigenschaften eines Zeichens werden besonders betont, wenn das Sternzeichen und der Aszendent identisch sind, dann spricht man z. B. von einer „doppelten“ Waage.  Die Folge ist, dass die Waage-Eigenschaften an dieser Person deutlicher wahrzunehmen sind. Aber natürlich ist es auch ein Unterschied, ob Jemand z. B. Aszendent Waage, Sternzeichen Widder oder Aszendent Waage, Sternzeichen Zwilling ist – auch das hat Auswirkungen.

Möchte man mehr über sich wissen, sollte man deshalb den Aszendenten ermitteln. Dazu wird man in den Kolumnen der Zeitungen nichts finden, denn diese schreiben nur über das Sternzeichen, das immer für durchschnittlich 30 Tage für Alle gleich ist.

Wie findet man seinen Aszendenten heraus?

Als erstes brauchen Sie die genaue Geburtsuhrzeit. In den deutschsprachigen Ländern ist diese meistens im Einwohnermeldeamt hinterlegt oder es gibt Einträge im Familienstammbuch oder im Krankenhaus oder die eltern wissen die genaue Zeit. Auf alle Fälle lohnt es sich, diese in Erfahrung zu bringen. Und dann können Sie Ihre kompletten Geburtsangaben in eine Software eintippen. Hier ein Link, wodurch Sie auf eine Seite kommen, anhand der Sie gratis Ihren Aszendenten berechnen können:

https://www.vedische-astrologie-schule.de/geburtschart.htm

Das „Geburtstithi“

In der Vedischen Zeitrechnung spielt der Mond eine besonders wichtige Rolle. Deswegen basieren die Kalender in Indien primär auf dem Mond. Ein (lunarer) Monat wird in 30 lunare Tage aufgeteilt. Ein lunarer Tag wird als „Tithi“ bezeichnet. So gibt es in der zunehmenden und der abnehmenden Phase des Mondes 14 verschiedene Tithis, zudem gibt es noch das Tithi des Neumonds (Amavasya) und des Vollmonds (Poornima), macht zusammen 30. Und 30 Tithis ergeben 1 lunaren Monat. Aus Sicht der Vedischen Astrologie spielt auch das Tithi, an dem Jemand geboren ist, eine wichtige Rolle. Dazu finden Sie hier Deutungstexte:

1. Tithi (Pratipada)

„Menschen, die an diesem Tithi geboren sind, können seltener das Leben richtig genießen bzw. haben auch weniger die Fähigkeit, dies tun zu können. Sie können einen Skandal bedingen, weil sie sich mit falschen Menschen, Schurken oder anderen Unheilstiftern umgeben, oder vielleicht taucht auch in deren Linie, Gemeinschaft oder Beruf eine in Ungnade gefallene Person auf, durch die sie dann anhand beträchtlich leiden. Außerdem ist die Person ein exzellenter Gelehrter, hat ein gutes Unterscheidungsvermögen und einen guten Charakter, kommt zu Vermögen, ist gutaussehend und wird vom König wertgeschätzt“.

2. Tithi (Dvitya)

„Menschen, die an diesem Tithi geboren sind, haben romantische Interessen nicht nur bei ihren Partnern. Sie können unwahrhaftig sein und sich schwertun, die Wahrheit zu verstehen und verdrehen oft ihr Verständnis bezüglich der Situationen. Es gibt einen Mangel an Reinheit und Sauberkeit und solche Menschen neigen eher dazu, das Ästhetische aus ihrer Umgebung abzulehnen. Sie erfahren oft keine Liebe und auch keine Freundschaft und leiden unter einer Ablehnung durch Menschen aufgrund irrationaler Gründe. Diese Personen sind aber auch hilfsbereit, gutherzig, haben gute Qualitäten und Benehmen und haben Erfolg“.

3. Tithi (Tritya)

„Menschen, die an diesem Tithi geboren sind, neigen mehr zur Lethargie und sind weniger motiviert, es mangelt an Benehmen, Aktion, Tatkraft, Gebärden, Übung oder Verlangen. Sie zögern, neue Aktivitäten zu starten, wodurch diese Menschen öfter in den Ärger kommen oder unruhig und ruhelos werden. Außerdem fühlen diese Menschen sich unvollständig und ohne genügend Ressourcen und werden von Anderen eher gemieden“.

4. Tithi (Chaturthi)

„Menschen, die an diesem Tithi geboren sind, neigen sehr zu den Sinnesfreuden, wie Essen, Trinken und der Sexualität, aber sie sind auch großzügige und liberale Wohltäter. Sie werden durch ihre Freunde geliebt und lieben auch ihre Freunde. Sie neigen dazu, eine gute Ausbildung zu haben und erfreuen sich guter Ressourcen und an Kindern“.

5. Tithi (Panchami)

„Menschen, die an diesem Tithi geboren sind, besitzen gute Qualitäten und erreichen Einiges. Sie werden oft vermögend und oft werden sie zu Sensualisten (Denkweise, dass Wahrnehmen den sinnlichen Empfindungen entspräche). Entweder erfahren diese Menschen einen guten Beruf oder machen ihre Erfahrungen in einem wünschenswerten Bereich oder einer freudvollen Unternehmung. Obwohl sie ihren Eltern hingegeben sind, erfahren sie von diesen wenig Liebe bzw. auch wenig von Anderen“.

6. Tithi (Shashti)

„Menschen, die am 6. Tithi geboren sind, werden umherirren, entweder im Land ihrer Geburt oder auch in fremden Ländern. Sie sind streitlustig und streitsüchtig, aufsässig und unterdrückend, unverträglich und kampflüstern. Sie wollen im Rampenlicht stehen und verweigern es dabei den Anderen, darin ihre Chance zu bekommen“.

7. Tithi (Saptami)

„Menschen, die am 7. Tithi geboren sind, sind weniger zufrieden. Gewöhnlich streben sie danach, großartig und ruhmreich zu werden, werden es aber eher nur dazu bringen, pompös wirken zu können. Im Allgemeinen erfahren Sie Glück mit Kindern und Wohlstand,  sie sind auch genügend widerstandsfähig, um nützliche Karrierekompetenzen entwickeln zu können. Oft fällt bei diesen Menschen ein gewisses Strahlen oder ein Glanz im Gesicht oder am Körper auf“.

 

8. Tithi (Ashtami)

„Menschen, die am 8. Tithi geboren sind, sind sehr religiös, wenn nicht strenge weitere Indikationen im Horoskop dagegen sprechen. Sie sprechen die Wahrheit und wollen diese auch verstehen. Sie sind auch den Sinnesfreuden zugeneigt, barmherzig, mitfühlend, talentiert und Experten, egal was sie machen“.

9. Tithi (Navami)

„Menschen, die am 9. Tithi geboren sind, lieben die Götter und deren Verehrung. Sie erfreuen sich an Vermögen und Kindern und lieben das andere Geschlecht, was sie magnetisch anzieht. Sie sind gebildet und streben nach Erkenntnis und Wissen“.

10. Tithi (Dashami)

„Menschen, die am 10. Tithi geboren sind, haben ein sehr gutes Unterscheidungsvermögen und wissen deshalb, was falsch und was richtig ist. Sie lieben ihr Land, ihre Gemeinschaft oder ihr Zuhause. Sie nehmen gerne an religiösen Ritualen teil, wie z. B. an Feueropfern. Sie haben einen gewissen Glanz auf ihrem Gesicht oder einen strahlenden Körper und streben danach, großartig sein zu können, wodurch sie auch pompös wirken. Im Allgemeinen sind sie glücklich „.

11. Tithi (Ekadashi)

„Menschen, die am 11. Tithi geboren sind, sind sehr wenig zufrieden im Leben, obwohl sie oft geehrt werden vom König oder anderen regierenden gesellschaftlichen Gremien oder deren Köpfen. Sie sind intelligent, streben danach, heilig und rein zu werden und erfahren Glück mit Wohlstand und Kindern „.

12. Tithi (Dvadashi)

„Menschen, die am 12. Tithi geboren sind, sind oft dünn, sind gewöhnlich wechselhaft und ruhelos, agil und redegewandt. Sie lassen sich gerne in anderen Ländern nieder und verkörpern eine gewisse Unbeständigkeit im Leben. Sie haben eine zappelige, humorvolle, leichtfertige und lebhafte Art „.

13. Tithi (Trayodashi)

„Menschen, die am 13. Tithi geboren sind, wünschen sich Perfektion und streben danach, ein höchst perfektes Wesen zu werden. Sie sind kompetent, denn ihr Streben nach Perfektion zwingt sie nach Erkenntnis zu suchen. Sie besitzen die natürliche Gabe, ihre Sinne gut beherrschen zu können, sind freundlich, gastfreundlich und wohltätig“.

14. Tithi (Chaturdashi)

„Menschen, die am 14. Tithi geboren sind, können gleichzeitig Wohlstand haben und auch religiös sein. Sie sind oft tapfer, kühn, mutig und ritterlich und haben eine ihnen angeborene Eigenschaft, mit ihrer Sprache zu ermutigen und zu unterstützen. Auf leichte Weise erhalten sie die Unterstützung durch die Regierung oder von anderen machtvollen Institutionen und können auch Ruhm erlangen“.

15. Tithi (Purnima)

„Menschen, die am 15. Tithi geboren sind, wo Vollmond ist, sind wohlhabend, weise und intelligent. Sie sind energiegeladen, fleißig und hart arbeitend, und diese Qualitäten sind es auch, die sie im Leben aufsteigen lassen. Sie lieben das Essend und entwickeln Beziehungen zu anderen Menschen als wie dem eigenen Partner“.

15. Tithi (Amavasya)

„Menschen, die am 15. Tithi des Neumondes geboren sind, sind oft schepps, mental oder körperlich. Sie können feindlich, boshaft, anstößig Anderen gegenüber sein und können verbittert, pervers, gerissen grausam, böse, täuschend, skrupellos, dumm, unüberlegt, unempfindlich oder grob sein. Trotz dieser ungünstigen Qualitäten sind sie oft mutig und lieben Prinzipien und Lebensweisheiten. Viele von ihnen sind interessiert an okkultem Geheimwissen und oft sind sie auch gebildet, wenn auch nicht mit akademischem Hintergrund“.

Die Phasen des Mondes

Kaum Jemand in der heutigen Zeit ist sich noch bewusst bzw. achtet darauf, in welcher Phase bzw. Konstellation sich der Mond aktuell befindet. Oder wissen Sie, wann Vollmond, wann Neumond ist? Befindet sich der Mond im Moment in der zunehmenden oder in seiner abnehmenden Phase? In welcher Konstellation befindet sich der Mond lt. Vedischem Kalender?

Allen Kulturen der Menschheit beschäftigten sich seit Anbeginn der Zeit mit den Phänomenen des Himmels und es versteht sich dabei von selbst, dass zunächst die größten Himmelsscheiben, also Sonne und Mond, eine zentrale Rolle spielten. Und an diesem Einfluss hat sich bis heute nichts geändert. Auf den Mond bezogen bedeutet dies, dass dieser in Abhängigkeit seiner Himmelsposition ganz wesentlich unseren Alltag und die Entwicklung bzw. die Erfolgsaussichten unser Vorhaben beeinflusst.

Ein Beispiel hierzu: z. B. gilt es in der Vedischen Astrologie als besonders ungünstig, ein neues Vorhaben von Wichtigkeit an einem Neumond zu starten. Warum ist das so? An Neumond hat der Mond kein Licht, er hat keine Kraft, ein Vorhaben zum Gedeihen zu bringen. Anders würde dies wieder aussehen, wenn man um die Zeit des Vollmondes herum, besser sogar noch in seiner zunehmenden Phase, das Vorhaben beginnen würde. In der Vedischen Astrologie wird die zu- und die abnehmende Phase des Mondes „shukla“ bzw. „krishna“ Paksha genannt. Hierzu eine grafische Darstellung:

Und gemäß dem Vedischen Kalender wird der Monat in 15 lunare Tage der zunehmenden Phase und 15 Tage der abnehmenden Phase aufgeteilt. Der 15. lunare Tag der zunehmenden Phase ist Vollmond, der 15. lunare Tag der abnehmenden Phase ist Neumond. Ein lunarer Tag wird in der Vedischen Astrologie als „Tithi“ bezeichnet. Die Konstellation des Mondes wird aber noch von viel mehr Faktoren beeinflusst, doch ob er zu- oder abnimmt bzw. der wievielte lunare Tag (Tithi) ist, bereits diese Faktoren sind sehr wichtig, und zwar nicht nur auf die Auswahl eines günstigen Zeitfensters für den Start wichtiger Vorhaben, sondern auch dahingehend, wie sich dies im Geburtshoroskop eines Menschen darstellt. Was es bedeutet, an einem bestimmten lunaren Tag, genannt „Tithi“, geboren zu sein, darauf werde ich in einem eigenen Blogartikel eingehen. In diesem Artikel geht es zunächst nur darum, Grundlegendes über die Phasen des Mondes zu wissen.